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Creditreform

Auch wenn Theodor Weimer, Chef der Münchner Hypovereinsbank (HVB), seine Kollegen in den anderen Geldinstituten noch Ende September davor gewarnt hat, die Strafzinsen der EZB an ihre Kunden weiterzureichen: Genau darüber klagen inzwischen immer mehr Unternehmen.

Lufthansa, Eon und Hornbach machten den Anfang. Wenig später berichteten auch die Deutsche Post und der Familienkonzern Heraeus, ihnen seien negative Zinsen von der Bank angedroht worden. Die Geldinstitute können wegen der niedrigen Zinsen mit Anlagen kaum noch Gewinne

erzielen und wollen daher verhindern, dass Unternehmen größere Beträge kurzfristig bei ihnen parken. Das Phänomen stoppt auch nicht vor Privatkunden: Kurz vor Redaktionsschluss machte das Vergleichsportal Verivox auf den Negativzins von 0,25 Prozent aufmerksam, den Kunden der thüringischen Skatbank berappen sollen. Zwar nur für Einlagen oberhalb von 500.000 Euro, aber laut Verivox-Chef Ingo Weber ist mit diesem Signal nicht auszuschließen, dass andere Geldinstitute dem Beispiel folgen werden. „Es wäre eine Ungeheuerlichkeit, wenn private Sparer uns Geld geben und wir von ihnen dafür Geld verlangen“, hatte HVB-Chef Weimer erst vor wenigen Wochen gewarnt. Nun ist es so weit.