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Creditreform
  • Absicherung der Rentenzahlungen

Neben der laufenden Belastung für Rentenzahlungen müssen Unternehmensnachfolger häufig auch noch die Frage der Absicherung der Versorgungsleistung diskutieren. Nicht wenige Senioren möchten die Rentenansprüche durch Eintragung einer Reallast nach § 1105 BGB auf den betrieblichen Immobilien erhalten. Durch eine derartige Reallast werden die Möglichkeiten des Unternehmens begrenzt, den Hausbanken dingliche Sicherheiten zu stellen.

In der Regel erwarten die Senioren auch noch die persönliche Haftung des Unternehmensnachfolgers für die Rentenzahlung und darüber hinaus auch noch die Unterwerfung unter die sofortige Zwangsvollstreckung. Durch diese persönliche Verpflichtung wird natürlich der Vermögensstatus des Nachfolgers belastet. Eigene Finanzierungs- oder Haftungsmöglichkeiten werden reduziert.

Auch die Stellung einer Bankbürgschaft in Höhe des Kaufpreises schränkt die finanziellen Handlungsspielräume eines Unternehmens ein. Im Rahmen einer derartigen Lösung sollte daher diesem Bereich besondere Beachtung geschenkt werden.

Fazit

Finanzielle Fragen stehen fast immer im Zentrum unternehmerischer Überlegungen. Besondere Bedeutung erhalten sie bei Entscheidungen mit weit in die Zukunft reichenden Auswirkungen. Die Nachfolgeregelung in Unternehmen ist eine dieser klassischen Entscheidungssituationen. Häufig gibt es Zielkonflikte. Bei „verunglückten“ finanzwirtschaftlichen Nachfolgeregelungen werden nicht selten Unternehmen in ihrer Existenzfähigkeit gefährdet. Die entgeltliche Nachfolgeregelung durch Nießbrauch oder Leibrente kann eine sinnvolle Alternative sein um eine „schonende“ finanzwirtschaftliche Regelung für den Nachfolger zu treffen. Zudem ergeben sich interessante steuerliche Gestaltungsspielräume.

Diethard B. Simmert ist Professor an der Dortmunder ISM International School of Management und Dirk Schulte ist Bankfachwirt vom Institut für Wirtschaftsberatung (IfW) in Meinerzhagen.