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Creditreform

Bildung, Ausbildung & Fachkräfte

Für die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte fordert der DIHK:

„Zur Fachkräftesicherung in den Unternehmen kann die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte einen wichtigen Beitrag leisten. Die gesetzlichen Zuwanderungsregelungen wurden in den letzten Jahren verbessert, weitere Schritte sind aber sinnvoll. So könnte beispielsweise die Einkommensschwelle zum Erhalt der Blauen Karten für Hochschulabsolventen gesenkt und die Positivliste zur Zuwanderung um Ausbildungsberufe erweitert werden. Sinnvoll wäre es aus Sicht des DIHK außerdem, wenn die Zuwanderungsregelungen für die Unternehmen transparenter würden.“

Zu den Bildungsplänen von Union und SPD schreiben Die Familienunternehmer:

„Der Ansatz der Union, verstärkt junge Menschen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Abschluss nachqualifizieren zu wollen, ist richtig. Dies kann aber nur marktgerecht geschehen. Die Unternehmen müssen mit ins Boot geholt werden. Der Ansatz, digitale Kompetenz möglichst umfassend zu fördern, ist richtig. Aber auch die naturwissenschaftlichen und Wirtschaftskenntnisse sind zu verbessern.

Das erklärte Ziel der SPD, massiv in Bildung – in Ausstattung wie in die Infrastruktur – investieren zu wollen, ist richtig. Die Frage aber stellt sich, warum man das nicht schon längst getan hat? Denn die SPD trägt nicht nur im Bund sondern in nahezu allen Bundesländern Regierungsverantwortung. Die ‚Mindestausbildungsvergütung‘  ist nichts anderes, als der Versuch, den Mindestlohn für die Ausbildung durch die Hintertür einzuführen.

Der vorgesehene Berufsschulpakt von Bund und Ländern unter Einbeziehung von Unternehmen und Ausbildungsbetrieben ist ein guter Weg. Fragt sich nur, warum die SPD das nicht in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht hat. Auch scheint es vernünftig, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung anzustreben.“

Der BVMV kritisiert die Pläne von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz:

„Zu Recht betont Martin Schulz den Wert der Bildung zur Zukunftssicherung unseres Landes. Sein Modell eines Chancenkontos ist jedoch chancenlos. Der SPD-Kanzlerkandidat bleibt die Antwort auf die Frage schuldig, ob er seine Wahlversprechen über höhere Steuern oder mehr Schulden finanzieren will. Allein das Chancenkonto bedeutet Mehrkosten von bis zu 250 Milliarden Euro. Zudem droht durch die Rentenpläne der SPD eine Finanzierungslücke von bis zu 1,6 Billionen Euro. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“

Die Familienunternehmer loben die geplanten Bildungsgutscheine der FDP, bewerten aber auch ein Vorhaben der Grünen positiv:

„Die Einführung von Bildungsgutscheinen könnte der Stein der Weisen sein: Sie sichern die Wahlfreiheit hinsichtlich des Bildungsträgers und eröffnen zugleich den Qualitätswettbewerb zwischen den Bildungseinrichtungen gesichert. Die FDP ist mit ihrem Ansatz, eine umfassende Modernisierung des Bildungssystems als gesamt gesellschaftliche Aufgabe anzustreben, auf dem richtigen Weg. Sie rückt die digitale Bildung in den Vordergrund, welches insbesondere für die produzierenden Unternehmen immer wichtiger wird. Auch ist die geplante Einführung von Exzellenzinitiativen für berufliche Bildung und auch an Schulen positiv.

Um die frühkindliche Bildung zu verbessern, sind bundesweite Mindeststandards in den Kitas sowie die konkrete Forderung der Grünen nach einem Betreuungsschlüssel von 4:1 für Kinder unter drei Jahren durchaus geeignet, um die Qualität zu steigern. Die von den Grünen geforderte ‚Ausbildungsplatzgarantie‘ hingegen ist in Zeiten, in denen Unternehmen händeringend nach Azubis suchen, überflüssig.“

Einer „Mindestausbildungsvergütung“ können Die Familienunternehmer allerdings nichts abgewinnen:

„Mit einem ‚Recht auf Ausbildung‘ und einer ‚Mindestausbildungsvergütung‘ will die Linke staatlichen Zwang ausüben, der angesichts der Realität in den Unternehmen in keiner Weise gerechtfertigt ist.“