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Creditreform

Es war doch ein wenig viel, was auf die Börsen in letzter Zeit hereinbrach: die Schrecken in Nahost, schwache Konjunkturdaten in den USA und Europa, Ebola-Ängste, die weiterhin unklare Situation in der Ukraine, Demonstrationen in Hongkong. Dazu charttechnische Signale mit einer Kopf-Schulter-Formation im Dax sowie einer gebrochenen Aufwärtstrendlinie. Kein Wunder also, dass die traditionelle Aufwärtsbewegung im vierten Quartal noch nicht stattfinden konnte. Aber unsere Signale geben trotz allem weiter grünes Licht – allen Crashpropheten zum Trotz.

Bekanntlich schauen wir auf

a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,

b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch den Nasdaq Composite, den Dow Jones Utility und den Dax sowie

c) die Mehrheit der Signale von fünf bewährten weiteren Indikatoren. Dies wären im Einzelnen: der Trend der Anleihezinsen und des Ölpreises, der Inflationstrend, repräsentiert durch den Rohstoffindex CRB, der Trend des US-Dollars zum Euro und nicht zuletzt der Saisonfaktor.

(c) Boersensignale, Creditreform-Magazin 11-2014

 

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Aktienbörsen?

Zinsstruktur: Positiv! Unser bewährter Konjunkturindikator „Zinsstruktur“ ist inzwischen auf einen Stand von 1,25 Punkten zurückgegangen. Die Weltkonjunktur hat sich abgeschwächt. Aber es droht keine Rezession. Die käme erst bei einer negativen Zinsstruktur zustande.

Trendsignal: Positiv! Der Nasdaq Composite müsste vor einem Baisse-Signal die Marke von 4.070 Zählern unterschreiten. Von der war er bei Redaktionsschluss aber noch weit entfernt. Da er viele konjunktursensible Aktien enthält, gehört er zusammen mit dem Dax und dem Dow-Jones-Utility-Index zu den besten Frühindikatoren unter den Aktienindizes.

Anleihezinsen: Positiv! Die Anleihezinsen sinken und damit bleiben Anleihen auch weiterhin weniger attraktiv als Aktien.

Ölpreis: Positiv! Der Ölpreis ist unverändert im Sinken begriffen – trotz aller Gefechte in wichtigen Förderländern.

CRB-Index: Positiv! Nicht nur der Ölpreis fällt – auch die Rohstoffpreise gehen insgesamt weiter zurück. Sinkende Rohstoffpreise kommen aber wiederum den Unternehmen zugute, die investieren wollen. Also ein weiteres Kaufsignal für Aktien.

US-Dollar in Euro: Positiv! Der US-Dollar ist zum Euro weiter im Aufwärtstrend – ganz wie von der EZB gewollt. Entgegen vielen negativen Kommentaren dazu ist die Dollarstärke ein positives Signal für Aktien, weltweit.

Saisonfaktor: Positiv! Seit dem letzten Freitag im September gibt dieser Indikator wieder ein positives Signal. Er wird erst am letzten Freitag im Mai 2015 wieder nach oben drehen.

(c) Boersensignale, Creditreform-Magazin 11-2014

 

Fazit: In turbulenten Zeiten liegen die Nerven blank. Doch unsere emotionslose Methodik rät: am Aktienmarkt engagiert bleiben und schwache Kurse für weitere Käufe nutzen.