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Hanna Holzberg verantwortet die Redaktion Change von solutions by Handelsblatt Media Group. In ihrer Kolumne „Zeit, was zu ändern“ macht sie Lust auf Veränderung. © planet c

Kreative und innovative Lösungen entstehen in Unternehmen selten im stillen Kämmerlein – für die beste Lösung braucht es meist ein Team.

Inmitten der rauen Felsen stehen kunstvoll gearbeitete Säulen aus Stein, dazwischen unzählige Grabhöhlen – nahezu unbeschadet, auch nach mehr als 2.000 Jahren: Die Königsgräber von Nea Paphos auf Zypern haben es sogar auf die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO geschafft.

Ein beeindruckendes Zeugnis der Geschichte, meine ich. Der Erklärungsversuch meines zweijährigen Sohnes: „Bauarbeiter! Schaufel!“

Er ordnet die Dinge in die Kategorien ein, die er kennt – und dazu gehören offenbar viele Baustellen. Das Prinzip ändert sich auch bei uns Erwachsenen nicht.

Bis auf die Tatsache, dass wir mehr Erfahrungen gesammelt haben, mehr gesehen, gelesen, gehört, angefasst und ausprobiert haben. Über die Jahre sammelt sich da ziemlich viel an im Kopf. Aber wir kennen dennoch am Ende immer nur einen Ausschnitt vom großen Ganzen.

Silodenken führt kaum zu Innovationen

Übertragen auf Unternehmen, kann das zum Problem werden. Denn in einer Kultur voller Einzelkämpfer und Silos haben Innovationen keine Chance. Wie sollen neue Produkte und Dienstleistungen oder schlankere Prozesse und kreative Lösungen gefunden werden, wenn jeder Mitarbeitende allein vor sich hin tüftelt?

Ein effektives Innovationsmanagement im Unternehmen zu etablieren, gelingt nicht von heute auf morgen. Aber es gibt viele kleine Hebel, die ohne großen Aufwand betätigt werden können, um für mehr Austausch und gegenseitige Inspiration in der Belegschaft zu sorgen – zum Beispiel: diverse Teams fördern.

Die besten Ideen entstehen – das belegen verschiedene Studien – in überschaubaren und heterogen aufgestellten Teams. Wer sich also als Führungskraft das beste Ergebnis wünscht, sollte darauf achten, dass Mitarbeitende mit unterschiedlichem fachlichen Background an einer Fragestellung arbeiten. Wenn dazu noch weitere diverse Merkmale wie zum Beispiel Geschlecht, Seniorität und Arbeitsweise kommen, steigt das Kreativitätslevel.

Unternehmen können ihre Mitarbeitenden auch dabei unterstützen, die Gedanken in eine neue Richtung zu lenken. Etwa mit klassischen Weiterbildungsangebote, aber auch mit kleinen Formaten, die in den Arbeitsalltag integriert werden.

Produzieren Sie zum Beispiel eine Podcast-Reihe oder eine Artikelserie für das Intranet oder geben Sie Teams den Rahmen, um sich selbst oder Best Practices vorzustellen. Oder organisieren Sie einfach nur ein Zoom-Kaffee-Roulette, bei dem Mitarbeitende für eine Kaffeepause am Monitor zusammengelost werden und sich (besser) kennenlernen.