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Creditreform

Die Konfrontation der griechischen Regierung mit dem Rest Europas hat die Börsen vorübergehend geschockt. Doch politische Börsen sind bekanntlich kurzlebig. Unsere Indikatoren bleiben mehrheitlich positiv.

Wie stets achten wir auf
a) die Zinsstruktur („lange“ minus „kurze“ Zinsen) im gleitenden Durchschnitt,
b) das Trendsignal der Aktienindizes, repräsentiert durch Nasdaq Composite, Dow Jones Utility und Dax sowie
c) die Mehrheit der Signale von fünf bewährten weiteren Indikatoren, und zwar die Trends bei den Anleihezinsen, beim Ölpreis, bei der Inflation, repräsentiert durch den Rohstoffindex CRB, beim US-Dollar und nicht zuletzt beim Saisonfaktor.

Wie also dürfte es nun weitergehen an den Aktienbörsen?

Zinsstruktur ⇑
Unser bewährter Konjunkturindikator, der den Abstand zwischen langen und kurzen Zinsen misst, steigt neuerdings an und meldet damit eine künftig bessere Konjunktur weltweit. Dass die Kurve unter null sinkt und damit eine Weltrezession meldet, ist folglich so gut wie ausgeschlossen.

Ölpreis ⇓
Diesen Trend messen wir sehr kurzfristig. Um ein negatives Signal zu geben, müsste der Ölpreis (Anfang Juli: 63,03 US-Dollar) auf 65 US-Dollar steigen. Das ist aber jederzeit möglich.

Trendsignal ⇑
Solange sich der Nasdaq Composite im August über der Marke von 4.744 Punkten hält (Anfang Juli: knapp über 5.000 Punkte), kann es hier kein negatives Signal geben – trotz Schwäche des Dax und Seitwärtstrend des Dow-Jones-Utility-Index. Es wird erst dann umschwenken, wenn alle drei Indizes ein Warnzeichen gegeben haben.

CRB-Index ⇑
Im Vorjahresvergleich setzen die Rohstoffpreise ihren Abwärtstrend fort.

US-Dollar in Euro ⇑
Der Kurs des US-Dollars zum Euro hat sich trotz der Griechenlandkrise und der erwarteten Zinsanhebung in den USA abgeschwächt.

Saisonfaktor ⇓
Seit dem letzten Freitag im Mai gibt dieser Indikator ein negatives Signal. Der Grund sind die Sommermonate, die statistisch gesehen sehr oft eine Flaute am Aktienmarkt mit sich bringen. Erst am letzten Freitag im September dreht dieser Indikator automatisch wieder ins Positive.

Anleihezinsen ⇑
Vermutlich ist bald eine Zinswende zu vermelden. Der positive Trend würde erst bei einem Anstieg der deutschen Umlaufrendite auf 0,72 Prozent (Anfang Juli: 0,68 Prozent) kippen. Die zehnjährige US-Staatsanleihe ist bereits in der Aufwärtsbewegung (Ende Juni: 2,47 Prozent).

Fazit ⇑
Auch wenn es am Aktienmarkt immer wieder zu heftigen Störungen kommen kann, gibt es noch keinen Grund für einen generellen Ausstieg – trotz der Sommermonate.

© Creditreform-Magazin 08/2015

© Creditreform-Magazin 08/2015