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Gefährlich ist das Coronavirus vor allem für ältere ­Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen. Wer sein Immunsystem jetzt hingegen gezielt stärkt, sorgt erfolgreich vor.

 

Geht es darum, das Coronavirus zu besiegen, ist das eigene Verhalten von großer Bedeutung. Und zwar nicht nur, indem Menschen Abstand zueinander halten. Wer sich und sein Umfeld schützen will, bringt spätestens jetzt sein Immunsystem auf Vordermann. Aktuell geht der Blick oft nach außen: auf die Medizin, die auf die Produktion eines Medikaments und eines Impfstoffes hinfiebert. Und auf die Medien, die oft eher die Angst der Menschen bedienen, als sachlich und besonnen zu informieren.

Angst macht zwar Quote, ist aber kein guter Ratgeber. Sowohl unser Gehirn als auch die öffentliche Meinung ticken wie eine Suchmaschine: Die Wiederholung der Schlüsselwörter erhöht deren Relevanz. Wenn diese dann redundant das Angstzentrum des Gehirns bedienen, wird die Ratio ausgeschaltet. Und natürlich wäre es wünschenswert, ein Medikament oder eine Impfung zur Verfügung zu haben.

In Zeiten des Coronavirus brauchen wir vor allem Zuversicht und einen wachen Geist – denn es liegt mehr in unserer Hand, als wir denken. Infektionsketten beispielsweise lassen sich bekanntermaßen durchbrechen, indem man Abstand hält. Mit Blick auf meine eigene Gesundheit vertraue ich hier nicht allein der Kompetenz von außen, sondern baue hauptsächlich auf mein eigenes Immunsystem. Meinen Patienten rate ich das Gleiche!

 

Turbo fürs Immunsystem

Ein hoher Gesamteiweißspiegel ist die Grundlage für eine intakte Abwehr, denn schließlich bestehen alle immunkompetenten Zellen aus Eiweiß – Leukozyten, Lymphozyten, Killerzellen, T-Helferzellen. Ist genügend Protein vorhanden, verfügen wir auch über genug von diesen Kampftruppen.

„Ein hoher Gesamteiweißspiegel ist die Grundlage für eine intakte Abwehr.“

Dr. Michael Spitzbart

Und allein, um das sicherzustellen, sollten Sie aktiv werden. Überlegen Sie mal: Täglich setzt der Mensch 400 Gramm Eiweiß um. Da er es aber nicht speichern kann, reden wir hier von der absoluten Untergrenze der Eiweißzufuhr. Deshalb mein Appell: Nehmen Sie bitte regelmäßig Eier, Fisch, Geflügel und Fleisch zu sich. Zusammen mit guten Omega-3-Fettsäuren, Gemüse und Salaten bringen Sie Ihr Immunsystem auf Vordermann. Auch bei Vitamin C, Vitamin D und Zink sollten Sie klotzen statt kleckern, gern auch mal in Form einer Kapsel. Nutzen Sie möglichst die Frühlingssonne für die körpereigene Vitamin-D-Produktion!

Nicht zuletzt stärken tägliche Bewegung und positive Gedanken das Immunsystem. Das lehrt uns das Fach der Psychoneuroimmunologie. Fazit: Wir können selbst etwas tun. Und die Angst verhindert nicht den Tod. Sie verhindert nur das Leben.

Der Autor:

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt und Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.