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Kann man Entzündungen essen? Leider ja! Es gibt Nahrungsmittel, die uns unfreiwillig eine ungeahnte Menge an Entzündungsstoffen liefern. Dabei ist sie die Grundlage fast jeder Erkrankung. Wohl dem, der seinen Körper schützen kann.

Die größten Entzündungsmediatoren sind – und diese Fachwörter dürfen Sie gleich wieder vergessen – Prostaglandine, Hydroxyfettsäuren, Leukotrine, Lioxyn und Thromboxan. Merken sollten Sie sich nur, dass diese Entzündungsstoffe alle aus Omega-6-Fettsäuren – genauer gesagt Arachidonsäure – gebildet werden. Diese eher ungünstigen weil entzündungsfördernden Fettsäuren kommen hauptsächlich in tierischen Fetten, Eiern und Milchprodukten vor. Folglich leiden Menschen, die einen hohen Anteil an Omega-6-Fettsäuren verzehren, signifikant häufiger an entzündungsassoziierten Krankheiten – nämlich Arthrose, Herzinfarkt, Diabetes, Rheuma, Asthma und Krebs. Mit unserem heute üblichen modernen Essen holen wir uns bis zu 20-mal mehr Omega-6 ins Haus, als das die Naturvölker tun. Die wiederum leiden auffällig selten bis gar nicht unter unseren Zivilisationskrankheiten.

In der modernen Tablettenmedizin geben wir viel Geld dafür aus, die selbst verursachten Entzündungen künstlich zu stoppen. Am besten gelingt das bekanntlich durch Cortison. Es hemmt die Freisetzung sämtlicher oben erwähnten Entzündungsstoffe und kommt immer dann zum Einsatz, wenn der Arzt nicht weiterweiß. Mittlerweile wissen wir aber, dass durch die Gabe dieses stark wirksamen abbauenden Hormons nicht nur Entzündungsreaktionen unterdrückt, sondern gleichzeitig als unerwünschte Nebenwirkung alle aufbauenden Funktionen des Körpers höchst effektiv unterdrückt werden. Im Klartext: Osteoporose und Muskelabbau werden gefördert und das Immunsystem unterdrückt. Kaum setzt man das Cortison wieder ab, kehrt die Entzündung zurück. Dann bleibt uns immer noch das Aspirin, welches wenigstens einen Teil der Entzündungsstoffe, nämlich die Prostaglandinbildung, verhindert.

Zur Person
Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.

Doch jetzt kommt die wahre Lösung: Omega- 3-Fettsäuren verhindern die Bildung aller Entzündungsstoffe, indem sie Omega-6-Fettsäuren verdrängen – und das frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Menschen, die viel Lein-, Raps-, Walnuss- oder Weizenkeimöl zu sich nehmen, löschen so das Feuer im Körper. Eine entsprechende Ernährung zeigt schon nach zwei Monaten deutliche Verbesserungen. Auch Menschen, die traditionell sehr viel Fisch essen, wie die Grönlandeskimos, leiden praktisch nie an entzündlich induzierten Krankheiten. Die fetten Seefische sind die einzige tierische Quelle für Omega-3-Fettsäuren.

Aber Achtung: Während es einige Wochen benötigt, um das Feuer im Körper zu löschen, kann eine einzige falsche Mahlzeit die Glut wieder entfachen. Sogar im Blut haben australische Wissenschaftler den Anstieg der Entzündungsparameter gemessen. Sie haben 40 Asthmakranken folgende Speisen vorgesetzt: Die Hälfte bekam einen Burger und Bratkartoffeln, also eher schlechtes Fett, die andere Hälfte fettarmen Joghurt. Bei der ersten Gruppe zeigten sich unmittelbar nach der Mahlzeit erhöhte Entzündungswerte – was praktisch heißt, dass die Asthmakranken jetzt auf bronchienerweiternde Medikamente schlechter ansprachen.

Natürlich ist nichts gegen ein mageres Stück Fleisch einzuwenden, wenn man gleichzeitig mit viel Omega-3 das Omega-6 verdrängt. Darum empfehle ich all meinen Patienten mindestens drei Gramm Omega-3 etwa als Krillölkapsel. Bei schon manifesten Erkrankungen sollten Sie mindestens fünf Gramm oder mehr einnehmen. Zum Vergleich: die Eskimos nehmen mit ihrer natürlichen Nahrung zehn Gramm täglich auf.