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Creditreform

Arteriosklerose fällt nicht vom Himmel, sie beginnt oft schon in der Jugend. Die gute Nachricht: Man kann viel tun, um ihr vorzubeugen, oder sie sogar rückgängig machen.

© Julian Rentzsch

Sie sind so jung oder so alt wie Ihre Blutgefäße. Unsere gesamte Lebensdauer in geistiger Frische – selbst bei fortgeschrittener Jugend – ist stark von einem gesunden Herz-Kreislauf-System abhängig. Wenn man im Alter von 70 verkalkte Gefäße hat, dann kommt das nicht daher, dass man mit 69 Jahren etwas falsch gemacht hat.

Das kann man verhindern oder sogar rückgängig machen. Mit dem nötigen Know-how ist das kein Problem.

Was schadet unseren Blutgefäßen? Zuallererst sind das die Omega-6-Fette, wie sie oft in zu hoher Konzentration über die Ernährung zugeführt werden. Darum sollten Butter, Schweinebraten und Sahnetorten nur mit großer Zurückhaltung genossen werden.

 

Arteriosklerose-Risiko verringern

Wenn bei Ihrem nächsten Bluttest die Triglyceride unter 100 mg/dl liegen, dann kann man von einer vernünftigen fettarmen Ernährung ausgehen. Liegen die Werte darüber, dann könnten Sie über eine bessere Ernährung Ihr Arteriosklerose-Risiko blitzschnell verbessern.

Wenn Sie vom letzten Arztbesuch noch Blutwerte in der Schublade haben, dann rechnen Sie doch einmal Ihren Cholesterinquotienten aus. Dazu dividiert man das Gesamtcholesterin durch das HDL-Cholesterin. Wenn Sie im Ergebnis eine „2“ vor dem Komma haben, dann werden Ihre Blutgefäße voraussichtlich immer jung bleiben.

Bei höheren Werten sollten Sie aktiv werden: Nahrungsfette reduzieren und ein tägliches leichtes Ausdauertraining in den Tagesablauf integrieren. Wichtig dabei ist, dass Sie das immer nüchtern absolvieren, nur dann wird effektiv Fett verbrannt.

 

Genetisch verankerte Risikofaktoren

Zusätzlich gibt es weiterere genetisch verankerte Risikofaktoren für Gefäßverkalkung. Diese messe ich immer dann, wenn die Patienten über ein familiär gehäuftes Auftreten von Herzinfarkt und Schlaganfall berichten.

Wenn das Lipoprotein (a) sowie das Homocystein erhöht sind, dann haben Sie bei der Verteilung der genetischen Risikofaktoren etwas zu laut „hier“ gerufen. Umso mehr müssten Sie dann auf die Ernährung, Bewegung und die lebenslang ausreichend hohe Substitution von B-Vitaminen und Folsäure achten.

Eine Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader (Carotis-Doppler) bringt letztendlich Klarheit über Ihren Gefäßstatus. Sind dort Ablagerungen (Plaques) nachweisbar, sollten Sie etwas verändern.

Zum Autor

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.