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Creditreform

Schon vor fast 200 Jahren formulierte Justus von Liebig das Minimumgesetz, welches besagt: „Das Wachstum von Pflanzen wird durch die im Verhältnis knappste Ressource (Nährstoffe, Wasser, Licht) eingeschränkt.“ Jeder Bauer wendet dieses Gesetz an, wenn er seinen Acker düngt. Das gleiche Gesetz kann auf den Menschen übertragen werden.

Ein Mangel an natürlichen Ressourcen wie Magnesium, Zink, Selen, essentiellen Aminosäuren, Fettsäuren sowie Vitaminen hemmt nicht nur die Entwicklung des Organismus. Er ist sogar häufig die Ursache für Krankheiten.

Mein ärztliches Verständnis beruht auf der detektivischen Jagd nach dem jeweiligen Minimumfaktor. Und wenn man diesen dann etwa durch Laboruntersuchungen gefunden und ausgeglichen hat, verschwindet so manche Krankheit wie von Zauberhand. Ein banales Beispiel ist das Stresssalz Magnesium, welches unter Stress oder durch Sport vermehrt verbraucht und durch normales Essen oft nicht genügend bilanziert wird. Die häufigsten Folgen: Wadenkrämpfe, Migräne, Tinnitus und Hörsturz. Die beiden letzteren werden typischerweise behandelt mit angeblich durchblutungsfördernden Infusionen wie Dusodril, Trental oder Cortison. Mir persönlich ist kein Fall bekannt, wo diese Behandlung jemals gewirkt hätte. Was aber fast immer wirkt, sind Infusionen mit Magnesium. Magnesium entspannt die glatte Muskulatur in den Blutgefäßen und verbessert dadurch die Durchblutung. Migräne bekommt man nicht bei hohem Magnesiumspiegel im Blut. Wadenkrämpfe, Tinnitus und Hörsturz verschwinden ebenfalls.

Zur Person

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt sowie Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.

Zink ist ein sehr wichtiges Spurenelement, an dem es häufig mangelt. Dabei ist es an mehr als 400 verschiedenen biochemischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt. Fehlt Zink, laufen 400 Prozesse auf Sparflamme. Es besitzt eine zentrale Aufgabe beim Aufbau des körperlichen Ei- weiß und optimiert das Immunsystem, den Aufbau und die Neubildung von Hormonen, Haaren, Fingernägeln und der Haut. Auch die Selenaufnahme in Mitteleuropa liegt im weltweiten Vergleich niedrig. Dabei ist das Spurenelement Selen unverzichtbar für innere Dynamik und ist das Antioxidans in der Zelle. Es bindet Giftsubstanzen wie Cadmium, Blei oder Quecksilber, um sie aus dem Körper auszuscheiden. Ein hoher Selenspiegel senkt – wissenschaftlich eindeutig bewiesen – das Krebsrisiko.

Die Liste wäre endlos fortzusetzen. Traurig ist, dass natürlich vorkommende Substanzen – die man nicht patentieren kann – in der Medizin keine Rolle spielen. Studien über die Wirksamkeit und Notwendigkeit werden nicht finanziert. Im Gegenteil: Es werden immer wieder Studien lanciert, die natürliche Substanzen diskreditieren und Vitamine sogar als gefährlich darstellen. Die von gleicher Hand finanzierten Studien über Medikamente fallen dagegen auffallend oft positiv für die nicht natürlichen, aber patentierten Substanzen aus.

Leider setzen auch die Krankenkassen immer noch auf das falsche Pferd. Die Messung der natürlichen Substanzen in unserem Körper wird von den gesetzlichen Krankenkassen überhaupt nicht und selbst von den privaten Kassen nur widerwillig übernommen. Stattdessen finanzieren sie lieber die jahrelange Einnahme von oft überflüssigen Medikamenten. Die Bauern sind da schlauer.