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Lange Zeit wurde Meditation als etwas Esoterisches angesehen, was höchstens indischen Gurus vorbehalten war. Heute wissen wir, wie heilsam es ist, den Großrechner Gehirn gelegentlich runterzufahren.

 

© Julian Rentzsch

Unsere heute oft viel zu hohe innere Anspannung verspannt über die Schiene Körper, Geist und Seele das ganze Wesen Mensch. Meditation hilft und entspannt über den Geist auch den Körper.

Würde man bei einem Yogi während der Meditation die Gehirnwellen per EEG aufzeichnen, dann misst man den sogenannten Alpha-Rhythmus (8-13 Hertz). In diesem Zustand regenerieren Körper und Geist am effektivsten.

Während Sie gerade diese Zeilen lesen, befindet sich Ihr Gehirn aber wie fast immer im Beta-Rhythmus (13-30 Hertz). Das ist das Wachbewusstsein. Hier üben Sie Ihren Beruf aus, denken rational oder ärgern sich über die Steuererklärung.

Das hat mit Entspannung meist nicht viel zu tun. Bei noch höheren Schwingungen im Gehirn über 30 Hertz beginnt der Prüfungs-Blackout. Damit wird rationales Denken fast unmöglich.

Mindestens einmal täglich sollte man die Gehirnwellen bewusst entspannen. Das wird umso wichtiger, je weniger Zeit Sie eigentlich dazu hätten. Denn dadurch bereiten Sie Ihr Gehirn besser auf künftige Aufgaben vor.

Wir arbeiten nämlich höchst effektiv im Zustand der entspannten Konzentration – nicht im Zustand der angespannten Konzentration. Wie lautet ein Sprichwort: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

 

Die Außenwelt vergessen

Sinn und Zweck der Meditation ist es, den inneren Dialog zu stoppen, die ständig kreisenden Gedanken, von denen wir im Tagesgeschäft abgelenkt sind. Die Inder nennen das „Affengeschnatter“.

Erst wenn wir dösen oder einschlafen wollen, nehmen wir diesen ständig laufenden inneren Dialog richtig wahr. Das innere Zwiegespräch läuft sogar weiter, wenn wir schlafen, erst recht, wenn wir träumen. Gedanken kommen, wenn die Gedanken es wollen, nicht wenn wir es wollen.

Meditation soll helfen, für eine Weile nichts zu denken. Keinen Gedanken halten, erst recht keinen weiterspinnen. Keine Assoziationen. Die geistige Arbeit ruht.

Die Anspannung fällt ab. Die Hirnwellen verlangsamen sich messbar. Der Muskeltonus nimmt ab. Die Schultermuskeln entspannen sich und spannungsbedingte Kopfschmerzen lassen nach.

Ein solches Element der Entspannung gibt es in jeder Religion. Den Rosenkranz. Die buddhistische Gebetsformel. All das basiert auf einer ständigen, monotonen Wiederholung, die vom inneren Dialog ablenkt und uns die Welt um uns herum für einen Moment vergessen lässt.

Praktische Anleitungen zur Meditation gibt es viele. Denken Sie mal darüber nach, wenn Sie etwas Zeit hätten.

Dr. Michael Spitzbart ist Arzt und Sachbuchautor und leitet ein Zentrum für ursachenbezogene Diagnostik und Therapie.