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Volker Busch

Gesundheit ist Kopfsache, weiß Prof. Dr. Volker Busch. Er ist Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Professor an der Universität Regensburg. Als Arzt, Autor, Vortragsredner und Coach begleitet er Menschen auf dem Weg zu psychischer Gesundheit sowie zu Motivation und Inspiration für Beruf und Alltag. © Dr. Volker Busch

 

In diesem Sommer rollten bereits mehrere Hitzewellen über das Land. Laut einer aktuellen Übersicht im Deutschen Ärzteblatt nehmen solche Perioden in Mitteleuropa seit Jahren zu. Hohe Temperaturen können unsere Gesundheit dabei empfindlich beeinträchtigen, etwa in Form von Kreislaufbelastungen, Atemwegsproblemen und Nierenfunktionsstörungen. Auch unser Kopf ist betroffen.

 

Bei anhaltend hohen Temperaturen ist unsere geistige Leistung signifikant niedriger. Wir denken weniger präzise und können uns schlechter konzentrieren, dafür sind wir rascher erschöpft. Experimente zeigen, dass die Denkleistung oberhalb der Wohlfühltemperatur von etwa 22 Grad bei jeder Zunahme von zwei Grad um mehr als zehn Prozent sinkt.

Verschieben Sie geistig anspruchsvolle Tätigkeiten an heißen Tagen auf die kühleren Morgenstunden. Stellen Sie außerdem die Klimaanlage im Büro sechs bis acht Grad niedriger als die Außentemperatur. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies bereits für einen kühlenden Effekt ausreicht, aber allzu hohe Stromkosten vermeidet.

Trinken Sie ausreichend. 1,5 Liter pro Tag gelten als grobe Orientierung im Winter. Bei heißem Sommerwetter verbrauchen Sie jedoch bis zum Dreifachen. Hier können Sie Ihrem Durst vertrauen. Trinken Sie, wenn Sie ihn verspüren. Die Getränke sollten nicht zu kalt sein, denn sonst entziehen sie dem Körper unnötig viel Energie, um sie aufzuwärmen.

Im Gegensatz zur Stammtischphilosophie trägt ein „eiskaltes“ Bier nicht zu einer inneren Kühlung bei. Unser Verdauungsapparat bringt jede Flüssigkeit erst einmal auf die warme Betriebstemperatur des Körpers.

Ideal sind normal temperierte Mineralwässer, auch verdünnte Obst- und Gemüsesäfte, Früchte- und Kräutertees. Sie enthalten neben dem Wasser auch Mineralstoffe und Elektrolyte. Weniger geeignet sind dagegen stark gesüßte Getränke, denn zu viel Zucker entzieht dem Organismus Flüssigkeit. Ein stark gesüßtes Getränk kann im schlimmsten Fall den gegenteiligen Effekt haben und zu einer Dehydrierung beitragen.

Aktuellen Berechnungen der Zeitschrift „The Lancet“ zufolge wird die Durchschnittstemperatur in Deutschland bis 2050 zwischen 1,0 und 1,3 Grad Celsius ansteigen. Bis 2100 sollen es sogar 3,7 Grad sein. Ein gesundes Klima und ein gesunder Mensch gehören zusammen. Lassen Sie uns daher alle politischen und wirtschaftlichen Mittel nutzen, das Fieber unserer Erde zu senken – natürlich mit kühlem Kopf, aber konsequent in der Sache.