Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Wenn man sich von unserem Körper einmal das Wasser wegdenkt, dann bleibt das Eiweiß übrig. Ist der Wert im Blut hoch, so werden alle anabolen Prozesse des Körpers unterstützt. Das gilt nicht nur für die Muskeln. Auch der Knochenaufbau, das rote Blut (Hämoglobin), das Immunsystem und die Wohlfühlhormone (Dopamin, Serotonin, Testosteron) benötigen für eine optimale körpereigene Produktion viel Eiweiß. Liegt der Eiweißspiegel im Blut wie so häufig unter der magischen Grenze von 7.7 g/dl, so werden die katabolen (abbauenden) Prozesse des Körpers begünstigt. Die Muskeln werden schlaff, die Osteoporose schreitet schneller voran, die Sauerstoffversorgung leidet, das Immunsystem wird anfälliger und die wichtigen Antriebs- und Glückshormone werden weniger produziert.

Sollte man da nicht besser Wert auf einen hohen Eiweißspiegel legen? Der Mensch ist von Natur aus ein Allesfresser. Und Eiweiß ist ein lebenswichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Das pflanzliche Eiweiß aus Bohnen und Linsen reicht nicht aus, um die Werte im Blut über die magische Wohlfühlgrenze zu heben. Größere Mengen wirken stimulierend und erhöhen die Arbeits- und Lebensfreude. Und davon scheinen Veganer und auch Vegetarier, die immerhin noch Eier und Milchprodukte zu sich nehmen, weniger zu haben. Das beweisen die Ergebnisse des Austrian Health Surveys: Grazer Wissenschaftler berichten, dass Vegetarier häufiger Krebs und Herzinfarkte haben, öfter an Allergien leiden und mehr psychische Störungen als ausprägte Fleischesser aufweisen. Darüber hinaus ist die Lebensqualität der Vegetarier niedriger und sie nehmen öfter Leistungen des Gesundheitssystems in Anspruch: Darum rate ich meinen Patienten, immer einen hohen Eiweißspiegel im Blut anzustreben.

Wenn das durch die Ernährung alleine nicht gelingt, empfehle ich zumindest vorübergehend eine geeignete Eiweißsubstitution als Nahrungsergänzung. Bei Veganern messe ich überproportional häufig niedrige Eiweißwerte im Blut. Bei manchen Vegetariern liegt der Eiweißspiegel zwar zumindest noch im mittleren Drittel – ideal wäre jedoch das obere Drittel. Darum ist ein Stück tierisches Eiweiß auf dem Teller nie verkehrt und es gilt der Merksatz: je weniger Beine ein Tier hat, desto besser. Fisch, Geflügel, Fleisch wäre demnach die richtige Reihenfolge. Beim Fleisch wiederum ist das magere Wild zu präferieren. Und: Je mehr sich das Tier bewegen konnte, desto besser. Was hat so ein armes halbes Hähnchen wohl für ein Leben hinter sich, dass für 2,50 Euro verkauft wird? Engste Batteriehaltung, Mast- und Hormonspritzen, billigstes Futter. Biologisch ist zwar deutlich teurer – aber besser für Mensch und Tier.

Mehr Gesundheitstipps lesen Sie >> hier <<