Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

© iStock

CO2-Emissionen zu reduzieren, ist die zentrale Aufgabe der Zukunft. Mit Klimaschutzfonds können Anleger auf diese Entwicklung setzen. Wie die Fonds investieren.

Der Trend ist erkennbar, die Jugendbewegung Fridays for Future hat ihn mit beschleunigt: Klimaschutz ist auf der politischen Ebene ganz oben angekommen und wird mit konkreten Zielen verbunden. CO2-Emissionen sollen in der EU im Vergleich zu 1990 bis 2030 um 55 Prozent sinken. Ähnliche Ziele verfolgen die USA und China. Und das Bundesverfassungsgericht zwingt die Politik, strengere Vorgaben zu machen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Eine Möglichkeit, von diesem langfristigen Trend zu profitieren, bieten aktiv gemanagte Klimaschutzfonds. Der Aktienfonds Ökoworld Klima (ISIN LU0301152442), der 2007 aufgelegt wurde, gilt als ältester Fonds dieser Kategorie in Deutschland.

Unternehmen durchlaufen einen strengen Nachhaltigkeitsfilter: „Anlageschwerpunkte sind Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Recycling, neue Werkstoffe, nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Anpassung an den Klimawandel, nachhaltige Wassernutzung sowie Verringerung der Schadstoffbelastung von Luft, Böden und Gewässern“, sagt Gunter Schäfer von Ökoworld.

 

Investieren in Recycling

Zwar liegen die jährlichen Gebühren des Fonds bei 2,35 Prozent, doch mit einer Performance von 21,9 Prozent per annum in den vergangenen drei Jahren schneidet er überdurchschnittlich gut ab. Zum Portfolio des Ökoworld Klima gehört das US-Unternehmen LKQ, das Gebrauchtteile für die Reparatur von Fahrzeugen verwendet.

Ein weiteres Beispiel ist Waste Management. Das Unternehmen sammelt in den USA Siedlungs-, Gewerbe- und Industrieabfälle und ist das größte Recyclingunternehmen in Nordamerika. Der Ökoworld Klima kommt für Anleger infrage, die auf einen strengen Nachhaltigkeitsansatz Wert legen.

Zu den Klimaschutzfonds mit positiver Bilanz zählt auch der LBBW Global Warming (ISIN DE000A0KEYM4). Neben ökologischen spielen darin auch fundamentale Faktoren eine zentrale Rolle. Der Fonds erzielt auf Sicht von drei Jahren eine jährliche Rendite von 17,2 Prozent und schneidet besser ab als der weltweite Aktienindex MSCI World.

Er  investiert in 74 Unternehmen aus den Sektoren Technologie, Chemie, Gesundheit, Finanzdienstleister und Versicherungen. Zum Beispiel Mastercard, deren Kreditkarten wiederverwertbar sind. Aber auch Microsoft zählt dazu. Derzeit entwickelt Microsoft Technologien, die der Luft Kohlendioxid entziehen sollen. Außerdem will der Konzern bis 2025 klimaneutral sein.

 

Klimaschutz ins Geschäftsmodell integrieren

Das französische Fondshaus LFDE mit einer langen Tradition bei nachhaltigen Geldanlagen hat eigens einen Klimareife-Index entwickelt. Wenn Unternehmen sich überhaupt noch nicht auf den Klimaschutz eingestellt haben, liegt ihr Reifegrad bei null Prozent. Haben sie dagegen das Thema schon voll in ihr Geschäftsmodell integriert, liegt ihr Reifegrad bei 100 Prozent.

Beim Aktienfonds Echiquier Climate Impact Europe (ISIN FR0013517273) von LFDE benötigen Unternehmen einen Reifegrad von mindestens 40 Prozent, um ins Portfolio aufgenommen zu werden. Derzeit erfüllen etwas weniger als 400 europäische Unternehmen das Mindestkriterium.

Fondsmanager Adrien Bommelaer investiert in drei Typen von Firmen. „Das sind zum einen Unternehmen, die Lösungen für den Klimaschutz entwickeln. Sie tragen mit einem wesentlichen Teil ihres Umsatzes dazu bei, die Emissionen ihrer Kunden zu reduzieren.“

So wie der Halbleiterhersteller ASML, der Mikrochips mit geringem Stromverbrauch baut. Ein weiteres Segment sind „Pioniere“ mit einem sehr hohen Klimareifegrad. Dazu zählt Bommelaer etwa die Allianz mit einer ambitionierten Nachhaltigkeitsstrategie.

 

Klimaschutz fördern, Kreislaufwirtschaft unterstützen

Das dritte Segment besteht aus Unternehmen mit großem Verbesserungspotenzial. Wie bei LFDE üblich, ist das Portfolio sehr konzentriert und besteht aus 40 Werten. Der Fonds ist allerdings noch zu jung, um die Rendite bewerten zu können.

Ebenfalls neu am Markt ist der M&G Climate Solutions Funds (ISIN LU2226639545). Das Portfolio ist mit 32 Werten sehr konzentriert. Er investiert in erneuerbare Energien, umweltfreundliche Technologien und Unternehmen aus dem Bereich der Kreislaufwirtschaft.

„Der Fonds investiert nur in Unternehmen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, ihre Produkte und Dienstleistungen also dazu beitragen, CO2-Emissionen einzusparen“, sagt Fondsmanager Randeep Somel. Zu den größten Positionen zählen das österreichische Unternehmen Verbund, ein großer Erzeuger erneuerbarer Energien, oder das dänische Unternehmen Rockwool, das hochwertige Dämmungen für Gebäude konstruiert.

 

Fazit: Klimaschutz ist eine der zentralen Megatrends der Zukunft und bietet für Anleger attraktive Investmentchancen. Innovative Unternehmen, die mit ihren Produkten oder ihren Technologien zum Abbau von CO2-Emissionen beitragen, werden zu den Gewinnern an der Börse gehören.