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Creditreform

Eigenlob stimmt! Eigentlich soll man sich ja selbst nicht loben, aber wenn man anderen damit helfen kann, so ist es doch legitim. Der geneigte Leser kann sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich in mehreren Creditreform-Beiträgen bereits über die Wichtigkeit vom Eiweiß im Einzelnen und den Wert der essenziellen gehirnaktiven Aminosäuren im Besonderen berichtet habe. Ich habe mein Leid darüber geklagt, dass diese in meinen Augen eminent wichtigen körpereigenen Bausteine in der normalen Medizin praktisch keine Rolle spielen. Dass bei einem Mangel an essenziellen Aminosäuren immer weniger Glücks- und Antriebshormone gebildet werden, was langsam aber sicher zu unseren modernen Volkskrankheiten wie Depression und Burn-out führen kann. Dagegen werden dann zwar immens viele und teure Psychopharmaka verordnet, davon springt die Hormoneigenproduktion im Gehirn aber nicht wieder an. Langsam beginnt sich das Blatt zu wenden.

Zur Rekapitulation: Wir bestehen aus Eiweiß, aus den 22 verschiedenen Aminosäuren. Acht davon sind essenziell, das heißt, sie müssen täglich wie ein Vitamin von außen mit der Nahrung zugeführt werden. Unter Stress verbrennen wir diese wertvollen gehirnaktiven Eiweißbausteine aber als Energie – zu Lasten unseres Gehirns. Die Folge: Die Stimmung sinkt, der Antrieb verebbt, Konzentration und Gedächtnis schwinden. Energiekannibalismus nennt man dieses Phänomen. Mein im Herbst letzten Jahres erschienenes Buch: „Erschöpfung und Depression – wenn die Hormone verrückt spielen“ beschreibt genau diese Zusammenhänge und hat nicht nur in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Gesunde wurden noch leistungsfähiger, und viele Patienten, die zuvor künstliche Stimmungsaufheller einnahmen, konnten ihre Medikamente erfolgreich absetzen. Das geht natürlich nur, wenn man zuvor durch einen Bluttest eventuelle Mangelzustände im Bereich der essenziellen Aminosäuren aufdeckt und bestehende Defizite gezielt behebt. Nur dann kann man die Blockade im Gehirnstoffwechsel lösen und seine Leistungsfähigkeit, Stimmungslage und Antrieb verbessern. Und das wünschen wir uns doch eigentlich alle. Über mangelnden Stress und übervolle Energietanks klagen die wenigsten. Kürzlich adelte mich ein Chefarzt der Neurologie, indem er sich selbst als Patient vorstellte und mir sein Vertrauen schenkte. Ein Psychotherapeut schickte mir seinen unter Prüfungsstress leidenden Sohn in Behandlung, dem der Zusammenhang zwischen gehirnaktiven Aminosäuren und Antriebs-Hormonen sehr schlüssig vorkam. Unter uns im Vertrauen: Jeder der ein bisschen googeln kann wird herausfinden, dass ohne den gehirnaktiven essenziellen Eiweißbaustein Tryptophan kein Glückshormon Serotonin entstehen kann. Oder dass bei einem Mangel bei der Aminosäure Phenylalanin nur wenig vom Antriebshormon Dopamin gebildet werden kann. Das Wissen ist also längst bekannt. Umso mehr habe ich mich darüber gewundert, dass niemand dieses bekannte Wissen nutzte. Im Gegenteil: Psychiater, Neurologen, Psychologen und Psychotherapeuten haben meine Behandlungsmethode vehement abgelehnt und lieber weiter munter Medikamente verordnet. Doch damit haben sie die Rechnung ohne den Patienten gemacht. Denn viele Menschen sind mittlerweile viel zu aufgeklärt und kritisch, um diese allzu schnell verschriebenen Medikamente einzunehmen. Umso mehr freut es mich, dass nun auch die Fachwelt langsam beginnt umzudenken.

Bis sich das in die letzte Arztpraxis herumgesprochen hat, wird es noch etwas dauern. Das beklagte schon Max Planck. „Es dauert nicht 30 sondern 60 Jahre, bis sich neue wissenschaftliche Ansätze durchsetzen. Denn nach den Professoren müssen erst noch ihre Schüler sterben.“ Bis es so weit ist, liebe Leser, kann ich nur jedem raten, prophylaktisch die Eiweißrationen bei der täglichen Ernährung hochzufahren. Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte, Quark und Eier liefern wertvolle Aminosäuren, auf die der Körper auch in Stresssituationen zurückgreifen kann. Und an das Märchen, dass Eier Ihren Cholesterinspiegel steigen lassen, brauchen Sie auch nicht mehr zu glauben. Wer allerdings schon unter Symptomen wie Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Antriebsarmut leidet, der kann nach der speziellen Messung der essenziellen Aminosäuren und gezieltem Ausgleich eventuell bestehender Defizite auf schnelle Besserung hoffen. Dr.

Michael Spitzbart

Wie Sie effektiv Ihren Eiweißspiegel in sieben Tagen aufbauen können, verrät eine Broschüre, die wir Ihnen nach einer Mail an creditreform-service@fachverlag.de (Betr.: Eiweiß) gerne zuschicken – oder rufen Sie sie ab unter creditreform-magazin.de/heft