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© Bruna Branco/unsplash

Vitamine fristen in der Medizin ein stiefmütterliches Dasein. Dabei ist jedes einzelne Vitamin lebensnotwendig. Warum aber werden sie von Ärzten und Patienten kaum beachtet?

 

Der offizielle Tagesbedarf an Vitaminen, den Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) kommunizieren, ist mit großer Vorsicht zu genießen. Die angegebenen Dosen sind Minimalmengen, die wir benötigen, um gerade nicht zu sterben. Laut DGE benötigen wir zum Beispiel täglich 100 Milligramm Vitamin C.

Bei geringeren Werten würde uns die Seefahrer-Krankheit Skorbut ereilen. Diese 100 Milligramm haben aber mit Gesundheit nichts zu tun. Tatsächlich ist der Vitaminbedarf des Menschen nicht jeden Tag gleich, sondern kann je nach Lebenssitua­tion enorm differieren.

 

Vorbild auf vier Pfoten

Nicht ohne Grund produzieren fast alle Tiere Vitamin C selbst und sind nicht auf die Zufuhr von außen angewiesen. Wenn sie eine Infektionskrankheit erleiden, steigern sie automatisch ihre ohnehin schon üppige körpereigene Vitamin-C-Produktion.

Hunde produzieren normalerweise täglich 5.000 Milligramm Vitamin C selbst. Bei Stress, Verletzungen oder Infektionen kann die Produktion auf 100.000 Milligramm täglich steigen.

„In China wurde auch das Immunsystem des Krankenhauspersonals mit Vitamin C unterstützt.“

Dr. Michael Spitzbart

Dieses Wissen aus der Natur – dass der Vitamin-C-Bedarf bei Infektionen stark steigt – ­haben sich Ärzte in China während der Corona-Krise zunutze gemacht. ­Internationale medizinische Fachzeitschriften berichteten, dass schwerstkranken Patienten in Wuhan auf der Intensivstation hohe Dosen Vitamin C (30.000 Milligramm) intravenös verabreicht wurden, was innerhalb von zwei bis drei Stunden eine Verbesserung bewirkte.

Auch das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Newsweek berichtet, dass Ärzte in New York nach den Erfolgen in China ebenfalls hoch dosiertes Vitamin C verabreichen. Und in China und Südkorea wurde auch das Immunsystem des Krankenhauspersonals mit drei Gramm Vitamin C täglich oral unterstützt.

 

Warten auf den Impfstoff?

Und in Deutschland? Von offizieller Seite wird stets betont, dass nur die Abstandsregeln schützen, bis es ein Medikament oder einen Impfstoff gibt. Stimmt aber nicht! Am besten schützt ein kompetentes Immunsystem.

Denn gefährlich ist eine Infektion vor allem für die Menschen, deren Immunsystem nicht intakt ist. Von denen, die eine Corona-Infektion in einer sogenannten stillen Feiung durchgemacht haben, wird hingegen selten berichtet.

So bezeichnen Mediziner eine Immunantwort des Körpers im Rahmen einer symptomlosen Infektion mit einem Krankheitserreger – also den Krankheitsverlauf derjenigen, die dank einer kompetenten körpereigenen Abwehr sehr gut mit dem Coronavirus fertig­geworden sind.