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Creditreform

Die letzte Wahl zur DDR-Volkskammer war gleichzeitig die erste, die demokratischen Regeln unterlag. Am 18. März 1990 stimmten rund 93,5 Prozent der 11,5 Millionen wahlberechtigten Bürger ab – der Ausgang ist bekannt. Da es keine Fünf-Prozent-Hürde gab, konnten auch kleine Parteien mit gerade einmal 20.000 Stimmen einen Sitz gewinnen.

Im Übrigen hatten die Politiker nur sieben Wochen Zeit für den Aufbau einer Wahlorganisation und den Wahlkampf selbst. In dieser Zeit brachte es die CDU nach eigenen Angaben auf annähernd 400 Veranstaltungen. Laut „Handelsblatt“ verfügte die PDS – angetreten mit dem Slogan „Don’t worry – take Gysi“ – über den größten Etat: 5,5 Millionen Mark. Es folgten die Ost-CDU mit 1,5 Millionen Mark („Umkehr in die Zukunft“), das Bündnis 90 mit einer Million Mark („Bürger für Bürger“) und die Ost-SPD mit rund 500.000 Mark („Die Zukunft hat wieder einen Namen“).