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Seit einigen Monaten dominieren vor allem zwei Begriffe die Marketing-Medien: Digitale Transformation und Content Marketing. Dass beide Schlagworte für Unternehmen eine immense Bedeutung haben, dürfte bereits bei vielen Entscheidern angekommen sein. Aber welcher Zusammenhang zwischen den beiden Begriffen besteht und welche Rolle Content Marketing im digitalen Wandel spielt, ist vielen noch nicht bewusst.

Spurensuche – Zusammenhang Content Marketing und digitaler Reifegrad

Wer Digitale Transformation als Prozess versteht, der unter anderem über digitale Services den Kunden noch stärker in den Fokus rückt, sieht bereits die erste Parallele zu Content Marketing. Denn auch hier steht der Kunde im Zentrum. Er erhält informierende, beratende oder unterhaltsame Inhalte, die ihm einen Mehrwert bieten. Um Nutzer immer wieder auf die Seite zu locken, also Revisits zu generieren, müssen die Contents stets neu und aktuell sein – das hilft auch beim Suchmaschinen-Ranking.

Demnach ist Content Marketing ein wichtiger Indikator für den digitalen Reifegrad eines Unternehmens. Deutlich wird das auch an der damit verbundenen Einstellung. Unternehmen, die schon heute relevante Inhalte anbieten, sind häufiger dazu bereit, bewährte Pfade zu verlassen und sich mit nicht oder wenig bekannten Maßnahmen auseinanderzusetzen. Das ist eine geistige Grundhaltung, die einen Einfluss auf das Gelingen des digitalen Prozesses hat.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Transformation bietet Medela. Richtete sich das Medizintechnik-Unternehmen früher ausschließlich an den Fachhandel wie Apotheken, stellt es heute über digitale Angebote den Direktkontakt zum Endkunden her. Dazu entwickelte das Unternehmen eine App, mit der sie ihre neue Zielgruppe der werdendenen Mütter als Experte für das natürliche Stillen anspricht. Dabei helfen unter anderem praxisnahe Inhalte in Form von Tipps für die Stillzeit.

Durch die App profitieren beide Seiten: Anwender erhalten hilfreiche Inhalte und Medela nutzt einen neuen Zielgruppenkanal, über den sie Informationen für künftige Produktentwicklungen sammeln können. Welchen großen Beitrag die Anwendung zum digitalen Wandel leistet, zeigt auch der Swiss Digital Transformation Award, den das Unternehmen 2016 für seinen Transformationsprozess gewonnen hat.    

 

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Fit für die digitale Zukunft dank Content Marketing

Auch das Beispiel zeigt: Content Marketing und Digitale Transformation gehören zusammen. Mehr noch, zielgruppenspezifische Inhalte geben Aufschluss über den Grad der Digitalisierung eines Unternehmens. Zudem ist Content gerade beim Aufbau neuer Geschäftsmodelle hilfreich. Er schafft Akzeptanz, die für das Gelingen digitaler Kommunikationskanäle essentiell ist.

Wer auch zukünftig über Inhalte seinen digitalen Reifegrad vorantreiben möchte, sollte zwei Entwicklungen berücksichtigen:

  • Der Nutzer wird Herr über die Inhalte: Es entsteht ein neuer Inhaltstypus in Form von automatisiert aggregierten Daten und Informationen. Damit können Nutzer eigenmächtig interagieren.
  • Generische Inhalte sind endgültig passé: Inhalte müssen zu jeder Zeit den spezifischen Nutzerkontext treffen um Relevanz zu erzeugen. Ein hoher Grad an Personalisierung ist dafür notwendig.

In der Konsequenz bedeutet das, Unternehmen müssen nicht nur weiterhin in die Leistungsfähigkeit ihrer Systeme investieren (Automatisierung), sondern auch in die Qualität ihrer Inhalte (Relevanz). Damit werden Unternehmen im Rahmen der digitalen Transformation zukünftig selbst zu Medienunternehmen, die über ihre Inhalte im ständigen Austausch mit ihren Kunden stehen. Erkenntnisse daraus haben wiederum unmittelbaren Einfluss auf die Produkt-, Prozess- und Geschäftsmodellentwicklung. Und damit auf den eigenen digitalen Wandel.