Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Konsumentenpreise in Deutschland im Februar 2017 voraussichtlich um 2,2 Prozent angestiegen. Für die gesamte Eurozone beträgt der Wert 2 Prozent. Damit wäre das Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von rund zwei Prozent erreicht. Gleichzeitig liegt der Leitzins bei null und deutsche Bundesanleihen zweijähriger Laufzeit rentieren bei minus ein Prozent. Selbst festverzinsliche Wertpapiere geringer Bonität rentieren nach Steuern nur knapp über der Inflationsrate.

Schließt man allerdings die schwankungsreichen Komponenten (Energie und Lebensmittel) aus, dann ergibt sich die deutlich niedrigere Kerninflationsrate von 0,9 Prozent. Im Zeitverlauf zeigt sich diese bedeutend stabiler. Es gab weder Ausreißer in die Disinflation, noch den aktuellen Sprung nach oben in Richtung Ziel der Notenbank. Da dieser offensichtliche Umstand auch den Währungshütern bekannt ist, und zudem einige Unsicherheiten durch die Wahlen bevorstehen, ist eine nachhaltige Umkehr der Geldpolitik vorerst nicht zu erwarten.

Aktuell ist in den zinsnahen Segmenten des Kapitalmarkts bereits ein deutlicher Anlagenotstand sichtbar. Dieser strahlt auch auf Vermögensklassen außerhalb der Börse, wie bspw. Immobilien, aus.

In diesem Umfeld gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Prognosen zur weiteren Entwicklung von Zinsen und Inflation sind schwierig. Anleger sollten daher im ersten Schritt analysieren, welche Teile ihres Vermögens unter einer steigenden Inflationsrate und niedrigen Zinsen leiden. Eine bewährte Einteilung bietet diese Matrix.

Auf Basis der aktuellen Vermögensstruktur und der finanziellen Risikobereitschaft kann dann eine sinnvolle Strategie festgelegt werden.