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Wie der Firmenwagen zum mobilen Arbeitsplatz wird.

Mein Tisch, mein Stuhl, mein PC – mein Schreibtisch? Können Sie das alles noch von Ihrem Arbeitsplatz behaupten? Neue Arbeitsplatzsysteme wie Jobrotation, flexible Arbeitszeitmodelle, mobiles Arbeiten und Homeoffice verändern und beflügeln längst unser Berufsleben. Für viele Mitarbeiter sind die neuen Modelle aber bereits Alltag. Vertriebler, die mit dem Firmenauto im Außendienst unterwegs sind, bereiten sich schon zuhause auf Termine vor und erledigen die Nachbereitung des Kundentermins häufig gleich im Anschluss im Firmenfahrzeug.

Für viele Angestellte anderer Berufszweige ist das Homeoffice aber noch Neuland. Welche Möglichkeiten bietet es? Ist das Homeoffice ein neuer virtueller Schreibtisch, welcher den eigenen Arbeitsplatz um zusätzliche Freiheit bereichert? Oder bedeutet die digitale Nähe bis nach Hause eine Einschränkung der persönlichen Freiheit? Leisten die Mitarbeiter zuhause noch genug – oder arbeiten sie dauernd, weil keiner sie mehr heimschickt? Hier scheiden sich die Geister. Sowohl arbeitsrechtlich als auch unternehmenspolitisch wird das Thema deswegen kontrovers diskutiert.

Meiner Meinung nach ist Homeoffice die unternehmerische Antwort auf das Verlangen der Mitarbeiter nach mehr Flexibilität. Starre Prozesse werden dabei von modernster Technik abgelöst und ermöglichen so neue Freiräume. Unseren Mitarbeitern im Vertrieb ermöglichen wir deswegen auch unterwegs den Zugang zum Netzwerk. Der Grund: Für uns ist Homeoffice der nächste logische Schritt im Sinne einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Büroarbeit. Auch unsere neuen IT- und Telefonie-Systeme sind grundsätzlich auf flexibles Arbeiten angelegt, was bereits intensiv genutzt wird.

Diese Flexibilität hat sich für uns als Unternehmen bereits bezahlt gemacht. Beim jüngsten Kita-Streik konnten „Daheimgebliebene“ beispielsweise problemlos von Zuhause aus arbeiten. Ich denke, dass das, was gerade rund um das Thema Homeoffice passiert, erst der Anfang ist. Hier herrscht noch großes, ungenutztes Potenzial und andere Länder sind schon bedeutend weiter. In den Niederlanden gibt es beispielsweise bereits einen rechtlichen Anspruch auf Homeoffice – sofern es die betrieblichen Belange zulassen. Meiner Meinung nach kann sich Deutschland nicht mehr lange gegen diesen Trend wehren und wird sich früher oder später auch anschließen.

In naher Zukunft könnten dann sogar noch mehr Aufgaben aus dem Homeoffice erledigt werden. Wichtig ist dabei nur, von Beginn an Konditionen aufzustellen, die den Mitarbeitern und dem Unternehmen als Orientierung dienen. Diese 10 Regeln für Arbeitnehmer und Arbeitgeber helfen für eine erfolgreiche Umsetzung.

Viele der befürchteten Nachteile lassen sich ganz einfach verhindern. So kann man potentieller „Selbstausbeutung“ technisch vorbeugen, indem man den Zugang zum Firmenserver ab einer bestimmten Uhrzeit sperrt und Telefonate nicht mehr weiterleitet. Außerhalb der üblichen Bürozeiten sind wir bei Arval zum Beispiel nur noch für Kunden und Fahrer über unsere Hotline erreichbar, nicht aber für den Austausch mit Geschäftspartnern oder Kollegen.

Kleiner Ausblick: Das Automobil als mobiles Homeoffice könnte sogar bald noch relevanter werden – Stichwort „Autonomes Fahren“. Vielleicht erledigen wir zukünftig wichtige Anrufe oder Berichte direkt in unseren Firmenautos? Hierzu erfahren Sie im nächsten Beitrag mehr.