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Creditreform

Ohne Leistung kein Erfolg, ohne Anerkennung keine Leistung. Warum tun sich viele Führungskräfte mit Anerkennung und Lob so schwer ? Dabei wäre es doch so einfach zu reflektieren, was auch mir selber gut tut und was mich motiviert, neu durchzustarten. Viele Chefs sind unglaublich lernresistent.

Sie kriegen es nicht hin, Leistung ihrer Mitarbeiter ausdrücklich anzuerkennen. Die gängigste Ausrede ist, zu viel Lob sei kontraproduktiv. Doch diese Gefahr besteht gerade bei diesen extrem sparsamen Führungskräften gar nicht. Ein Irrglaube ist es, dass allein der Erfolg schon nachhaltig motiviere. Und Geld ohnehin nur kurzzeitig. Wer nach erfolgreich geleisteter Arbeit gleich wieder in die nächste Leistung übergeht, vergisst das Tanken und stolpert in die Erschöpfungsfalle. Anerkennung ist nämlich eine der wichtigsten Tankstellen (nicht nur) im Berufsleben.

Wenn ich das zu coachende Team frage, wer schon einmal vergessen hat, mit seinem Auto die Tankstelle anzufahren, meldet sich einer von zehn Teilnehmern. Und dann ist es ihm nur ein einziges Mal passiert. Im Arbeitsleben wird das Lob jedoch regelmäßig „vergessen“. Nein, nicht für notwendig gehalten. Dergleichen Geiz mit Anerkennung ist meist früheren Vorbildern geschuldet. Und später ist dann die individuelle Einsichts- und Veränderungsbereitschaft höchst überschaubar. Dieser Spezies fällt auch die Anerkennung der eigenen Leistung extrem schwer und findet meist gar nicht statt.

Unter solchen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn Menschen sich in ihrer Leistung und ihrem Erfolg nicht gewürdigt und ernst genommen fühlen. Ergebnis ist schwindende Motivation, die irgendwann in Arbeitsplatzwechsel, Resignation oder gar Krankheit abrutscht. Denn die einst engagiert geleistete Arbeit ist zum lästigen Job geworden. Sein Personal führen können setzt voraus, dass man Menschen mag, ernst nimmt und würdigt. Wertschöpfung braucht Wertschätzung.