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Creditreform

Kaffeeküche und Kantine stehen während der Pandemie für den zwanglosen Informationsaustausch nicht zur Verfügung. Es ist mehr als ein weicher Faktor, der fehlt. Denn dass diese Lücke auf digitalem Weg bislang nicht geschlossen werden kann, hat Auswirkungen auf Effizienz und Kosten vieler Unternehmen. Ihren Ursprung haben die aktuellen Probleme allerdings vor der Krise.

 

Wilhelm Goschy; © Staufen

Trotz Videokonferenzen, Management-Tools und Co. leidet die Zusammenarbeit in deutschen Unternehmen. Die Monate im Lockdown haben die Pandemie zu einer Belastungsprobe für die Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern aber auch zwischen den Mitarbeitern untereinander gemacht.

Laut der aktuellen Studie „Kollaboration – Erfolgsfaktor Zusammenarbeit“ schafft es nur ein Fünftel der Unternehmen, eine Zusammenarbeit auf Vorkrisenniveau zu gewährleisten.

Für die Untersuchung hat die Unternehmensberatung Staufen zusammen mit den Shopfloor-Management-Experten von Staufen.ValueStreamer mehr als 300 Unternehmen in Deutschland befragt.

Haben die Angestellten vor Corona auf dem Weg zum Meeting zwanglos Informationen untereinander verbreitet oder in der Kantine und der Kaffeeküche miteinander gesprochen, so fällt dieser Austausch jetzt aufgrund von Homeoffice und Hygienemaßnahmen flach.

Unternehmen gelingt es bislang nur teilweise, diese Lücke auf digitalem Weg abzufedern. Das belegt auch die Staufen-Studie: Vor Corona war der Mangel an zwanglosem Austausch für 16 Prozent der Unternehmen ein Problem, jetzt behindert er mehr als die Hälfte der Unternehmen.

Zum Autor:

Wilhelm Goschy ist CEO der Staufen AG. Seit 2011 ist der Lean-Experte Vorstandsmitglied der internationalen Transformationsberatung. Dort verantwortet er den Bereich Business Development sowie die strategische Branchen- und Marktbearbeitung. Goschys Beratungsschwerpunkte liegen auf wertstromorientierten Fabrikkonzepten, der Implementierung von Wertschöpfungssystemen und dem Coaching von Führungskräften. Außerdem war er in den vergangenen Jahren maßgeblich am Ausbau des Auslandsgeschäfts der Staufen AG beteiligt.

www.staufen.ag

Silo-Denken fällt  Unternehmen nun auf die Füße

Die Gründe dafür sind nicht allein nur in der Krise zu suchen. Häufig liegt die Ursache des Problems in dem Kommunikationsverhalten, das sich vor der Krise in den Unternehmen etabliert hat.

Schon da haben Digitalisierung, Flexibilisierung, Internationalisierung und ein gestiegener Kostendruck die Anforderungen an die Zusammenarbeit in den Unternehmen deutlich verändert.

Dennoch wurde zu wenig und vor allem nicht mit jedem gesprochen. Die Versäumnisse aus diesem „Silo-Denken“ fallen den Unternehmen jetzt auf die Füße, die Krise wirkt wie ein Katalysator und bringt eine neue Dynamik in die Probleme.

Mangelnde Zusammenarbeit treibt die Kosten nach oben

Die vermeintlich weichen Faktoren hinterlassen bereits Spuren in den harten Kernzahlen. So zeigen die Studienergebnisse, dass in drei von vier Unternehmen die Effizienz leidet.

In jedem zweiten Unternehmen schlägt die mangelnde Zusammenarbeit direkt auf die Kosten durch. Kein Wunder also, dass die Mehrheit der Studienteilnehmer davon überzeugt ist, dass Kollaboration künftig zur Chefsache werden muss.

Hinweis: Die Studie „Kollaboration – Erfolgsfaktor Zusammenarbeit“ kann unter www.staufen.ag/studie-kollaboration kostenlos heruntergeladen werden.