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Creditreform

„Ich habe lange Zeit „Bank-Briefe“ geschrieben, die den Instituten immer unsere aktuellen Eckdaten präsentierten. Da wurde nix beschönigt.“ So Reinhold Würth, der sein Unternehmen von der sprichwörtlichen „Garage“ zu einem internationalen Mittelständler entwickelt hat, im Handelsblatt-Interview Ende April 2015 aus Anlass seines 80. Geburtstags. Dass er heute keine mehr schreibt, liegt einfach daran, dass sein Unternehmen keine Bank-Kredite mehr benötigt.

Aber die Botschaft in diesem Satz ist eindeutig: Würth hat seine Banken offen über die Geschäftsentwicklung informiert und dabei nix beschönigt.

Wie informieren Sie Ihre Kreditgeber über die Entwicklung Ihres Unternehmens, zum Beispiel wenn Sie

  • Ihren Jahresabschluss 2014 übersenden,
  • Sie viertel- oder halbjährlich Ihre Betriebswirtschaftliche Auswertung übersenden,
  • über besondere Entwicklungen im Unternehmen oder Gesellschafterkreis informieren?

Einfach in den Umschlag und ab zur Bank? So nach dem Motto: Die werden schon wissen, wie sie mit meinen Informationen umgehen.

Reinhold Würth hat es anders gemacht: Er hat die ihm wichtigen Eckdaten im Begleitschreiben zu seinen Unterlagen, seinem „Bank-Brief“ angesprochen und damit seine eigenen Informations-Akzente gesetzt. Also seine Interpretation der „nackten“ Zahlen in Jahresabschluss und BWA mit geliefert.

Dies sollten Sie auch tun, und zwar

  • die positiven Entwicklungen betonen und wie Sie diese fortführen,
  • Schwächen ebenso deutlich ansprechen und natürlich darlegen, wie Sie an deren Reduzierung arbeiten.

Damit erhöhen Sie Ihre Glaubwürdigkeit, bauen Vertrauen auf und unterstreichen Ihre persönliche unternehmerische Qualifikation (übrigens auch eine Rating-Frage der Banken).

Dafür ist es natürlich gut zu wissen, wie Ihre Kreditgeber auf Ihre Zahlen schauen, was aus deren Blickwinkel besonders wichtig ist, damit Sie auf deren Sichtweise bereits eingehen können. Details dazu finden Sie zum Beispiel in Kapitel 4 „Grundlagen einer Kreditentscheidung – das müssen Sie wissen“ meines Buches zur Bankenkommunikation. Die Idee dahinter: Behalten Sie die Deutungshoheit über Ihre Zahlen und reduzieren Sie durch Ihre Informationen bereits die Fragen, die Ihnen Ihr Bankbetreuer zu Ihren Unterlagen stellen wird – damit verbessern Sie direkt Ihre Verhandlungsposition.