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Viel wird darüber gesprochen, dass die Cloud neue Geschäftschancen bietet – auch für den deutschen Mittelstand, der in Deutschland vor allem in der Produktion und Fertigung stark ist. Denn das ist auch der Bereich, in dem die meiste Konkurrenz im Zuge der Globalisierung und des steigenden Wettbewerbs zu befürchten ist. Es muss neu und anders gedacht werden, um am Markt bestehen zu können. Genau hier zeigt sich die Stärke von Cloud Computing: es ist die Möglichkeit, neue Services anzubieten – ohne eigene IT-Kompetenzen dafür aufbauen zu müssen.

QUNDIS ist ein klassisches Beispiel dafür, wie die Digitalisierung eine enorme Dynamik in den deutschen Mittelstand bringt – plötzlich sind ganz neue Geschäftsfelder greifbar.

QUNDIS‘ Weg in die Cloud
Wer kennt sie nicht, die Messröhrchen an den Heizkörpern, an denen jährlich der Vermieter abliest, wie hoch die Heizkosten sind. Heizkostenverteiler heißen sie und haben früher nach dem Verdunstungsprinzip funktioniert. Heute sind sie digital. Das Erfurter Unternehmen QUNDIS gehört zu den führenden Herstellern von digitalen Heizkostenverteilern. Mit seinen 280 Mitarbeitern entwickelt das mittelständische Unternehmen zahlreiche Messsysteme für die Verbrauchsdatenerfassung wie Wärme- oder Wasserzähler. Aktuell sind Messsysteme von QUNDIS in mehr als sechs Millionen Wohneinheiten im Einsatz – in rund 30 Ländern.

Auf der CeBIT in Hannover ging Dieter Berndt, Geschäftsführer der QUNDIS GmbH, darauf ein, wie sein Unternehmen mit der Cloud das eigene Geschäftsmodell ausbaut. Denn dank der Digitalisierung der Messgeräte ist QUNDIS heute in der Lage, unterschiedliche Messgeräte über Funktechnologien zu vernetzen. In der Cloud managet der Mittelständler die Plattform Q SMP für die zentrale Datenverarbeitung – Q SMP steht für QUNDIS Smart-Metering-Plattform. Über Q SMP lassen sich Verbrauchsdaten für Wärme und Wasser übersichtlich und direkt erfassen. Kunden von QUNDIS, also Hausverwalter, Vermieter großer Wohnungseinheiten und Messdienstleister, haben über Q SMP einen sicheren Hort für Informationen zu sämtlichen Verbrauchsdaten. Hier läuft die Software für Abrechnung und Monitoring von Wärme- und Wasserverbrauch. Anders als früher, als Daten nur einmal im Jahr manuell abgelesen wurden, können Mieter jetzt ihren Energieverbrauch kontinuierlich überwachen, steuern und für ein kuscheliges Zuhause anpassen.

Die Cloud dient QUNDIS dabei als flexible und skalierbare IT-Ressource und ist ein wichtiger Pfeiler für die strategische Ausrichtung, sich vom reinen Hersteller hin zum Lösungsanbieter zu entwickeln. Nicht nur eine sichere Datenerfassung nach deutscher Gesetzgebung wird umgesetzt. Die Cloud bietet darüber hinaus auch die Möglichkeit für weitere Services, wie etwa den mobilen Zugriff auf Verbrauchsdaten. Mit der Cloud-Plattform Bluemix sollen im nächsten Schritt neue mobile Apps entwickelt werden, sodass Vermieter wie Mieter über die Plattform aktuelle Verbrauchsdaten abrufen oder ihre Heizung mobil steuern können. Zudem will QUNDIS Services anbieten, wie die Verbrauchsdaten erfassen und bereitstellen, das Geräte-Monitoring steuern oder auch Beratungen für ein effizientes Energiemanagement übernehmen.

QUNDIS zeigt, wie der Mittelstand durch die Cloud elegant die Brücke zwischen bisherigem Geschäftsmodell und dem Aufgreifen zukünftiger Marktchancen schlagen kann – und so fit für die Zukunft ist.