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Creditreform

Eigentlich geht es nicht anders und schon Adam Smith hat sich grundlegend damit beschäftigt; mit der Arbeitsteilung. Komplexe Arbeiten werden durch mehrere anteilig erbracht. So regelmäßig auch im Management. Für verschiedene Aufgaben gibt es verschiedene Zuständige. Wer für das eine zuständig ist, kümmert sich nicht um das andere. Durchaus üblich ist, dass sich ein Geschäftsführer um die kaufmännischen Aufgaben kümmert, und ein anderer um den operativen Teil.

Aus haftungsrechtlicher Sicht gefährlich ist dies insbesondere für den operativen-/ technischen Geschäftsführer. Er haftet grundsätzlich kraft Amtes für Steuerschulden und die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge. Dass dafür zuständig nicht zuständig ist, interessiert dabei nicht. Die Rechtsprechung geht dabei sogar soweit, dass sich Geschäftsführer gegenseitig kontrollieren müssen. Nachfragen alleine reicht nicht. Unterlässt es Geschäftsführer A, z.B. weil das Unternehmen nicht mehr über genügend Liquidität verfügt, rechtswidrig die die Sozialversicherungsbeiträge abzuführen, haftet auch Geschäftsführer B dafür. Selbst dann, wenn er sich trotz Unzuständigkeit bei A erkundigt hat, ob alles seinen rechten Gang geht.

Durch Delegation und Ressortzuständigkeit kann man Haftungsrisiken begrenzen, aber nicht ausschließen. Es hilft daher nichts. Spätestens in der Krise kann man nur empfehlen, wenigstens einmal im Monat einen Blick auf die Kontoauszüge zu werfen. Je eher man dies institutionalisiert, desto selbstverständlicher ist es im Bedarfsfall.