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Creditreform

„Nutzung Sonderdienste Fremdanbieter“ – unter einer Überschrift wie dieser erscheinen auf Rechnungen von Mobilfunkkunden Services, die vermeintlich genutzt wurden. Doch stutzig werden manche Nutzer, wenn sie sich fragen, was genau sie da angeblich beauftragt haben, und vor allem: warum sie dafür zahlen sollen. Eine Erklärung wie „4x Internet-Zugang“ hilft da nicht wirklich weiter. Aber eines deutet sich schon an: Es handelt sich offenbar um ein zahlungspflichtiges Abo.

Verbraucherschützer sind informiert

Das Phänomen ist Verbraucherschützern bekannt. Sie sammeln derzeit Unterlagen von Fällen, in denen Fremdanbieter in Kooperation mit Mobilfunkanbietern Dienstleistungen in Rechnung stellen lassen, die Kunden gar nicht bewusst beauftragt, geschweige denn in Anspruch genommen haben. „Wir haben das im Blick und behalten uns weitere Schritte vor“, sagt Peter Lindackers, Rechtsexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Und René Henn, Sprecher der Bundesnetzagentur, bestätigt: „Uns liegen Beschwerden zu ähnlichen Fällen vor.“

Externe Anbieter

Nicht ganz einfach ist es für Betroffene, wenn sie herausfinden wollen, um welche vorgebliche Dienstleistung es sich handelt und wer der eigentliche Vertragspartner sein soll. Die Mobilfunkanbieter weisen die Kosten zwar auf den Rechnungen aus, bei Nachfragen zu Details bitten sie den Nutzer aber, sich direkt mit dem auf der Rechnung genannten Unternehmen in Verbindung zu setzen. Die Argumentation: Es handele sich um externe Anbieter, von denen ihnen lediglich die Forderungen übermittelt würden.

Unklare Zuständigkeiten

Recherchen der „Creditreform“-Redaktion ergeben aber ein anderes Bild: Auf Nachfrage in der Pressestelle war ein Mobilfunkunternehmen sehr wohl in der Lage, Details zu einem konkreten Vorgang – vermutlich nach Rücksprache mit dem Fremdanbieter – mitzuteilen. Von „spannenden Strukturen“ spricht euphemistisch der Sprecher eines anderen großen deutschen Mobilfunkunternehmens in Anspielung auf das Prinzip, dass bei den Zuständigkeiten jeder auf einen anderen verweise. Die in den Rechnungen genannten Fremdanbieter sind in der Regel nämlich gar nicht die vermeintlichen Vertragspartner des Nutzers. Denn es handelt sich wiederum um Kunden des Drittanbieters. Das System der Geschäftsbeziehungen ist sogar für Insider schwierig zu durchschauen.

Beispiel Net-Mobile AG

Einer der Fremdanbieter, der mit deutschen Mobilfunkunternehmen zusammenarbeitet, ist die Düsseldorfer Net-Mobile