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Das Cloud Computing bietet den Vorteil, dass die Nutzer ihre Daten von überall abrufen können. Unternehmen können so Kosten sparen und effizienter arbeiten. Trotzdem nutzen bislang nur wenige diese Möglichkeit. Warum eigentlich?

Obwohl sich die Wolke unseren Recherchen zufolge auch immer mehr im deutschen Mittelstand durchsetzt und Hersteller wie IBM immer offensiver um Vertrauen werben, sind die Nutzungszahlen für die Branche noch ernüchternd: Laut IW Köln nutzt lediglich jedes fünfte Unternehmen in der Europäischen Union bereits Cloud Computing – in Deutschland sogar nur rund jedes zehnte.

Die Nummer eins in Europa ist den Kölner Forschern zufolge Finnland, wo mehr als jede zweite Firma auf die Datenwolke setzt. Auf den weiteren Plätzen folgen Italien, Schweden und Dänemark mit jeweils rund 40 Prozent. Die deutschen Unternehmen führen lediglich das untere Viertel an, nach ihnen kommen nur noch die Betriebe aus Zypern, Bulgarien, Ungarn, Polen und Rumänien.

Welche Sicherheitsbedenken die Unternehmen nach wie vor hegen, zeigt die Grafik:

(c) IW Köln

(c) IW Köln

Insbesondere große Firmen fürchten, dass ihre Daten in der Cloud unberechtigten Zugriffen ausgesetzt sind. Bei kleineren und mittleren Betrieben mangelt es oft an Kenntnissen über das Cloud Computing. Hinzu kommt, dass deutsche Unternehmen generell eher als abwartende Nutzer moderner Informations- und Kommunikationstechnologien gelten – und diese Scheu wurde durch die Affäre um Whistleblower Edward Snowden noch verstärkt.

Allerdings: Trotz dieses Argwohns habe sich das IT-Sicherheitsbewusstsein im deutschen Mittelstand seit den Enthüllungen durch Snowden „leider noch viel zu wenig“ verändert, sagte uns der Vorsitzende des NSA-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Prof. Patrick Sensburg.

Lesen Sie hierzu auch: Der Wettbewerb um die führende Rolle beim Cloud Computing führt zu einem harten Wettbewerb. Nicht alle können Schritt halten.