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Creditreform

Mobilität ist das Trendwort unserer Zeit. Dank Smartphones und Tablets ist heutzutage jeder immer und überall erreichbar. Mit Apps für praktisch jede Funktion kann alles von Banking über Shopping bis zur Steuerung der Heizung von unterwegs geregelt werden. Nicht nur im Privaten ist das bequem und praktisch, auch im Beruf spielt Mobilität eine immer größere Rolle. Die Angestellten arbeiten nicht mehr nur aus ihrem Büro heraus, sondern sind auch unterwegs erreichbar und können mit dem Unternehmen und den Kollegen interagieren.

Doch nicht nur die Kommunikation über Mobile Devices ist für mobiles Arbeiten entscheidend, sondern auch die Technologie des Cloud Computing trägt entscheidend dazu bei. Sind die Firmendaten einmal in der Cloud zugänglich, können Mitarbeiter von allen Unternehmensstandorten weltweit darauf zugreifen und so, egal ob im Homeoffice, im Zug unterwegs oder bei einem Kunden vor Ort, unter idealen Bedingungen arbeiten. Trotz dieser großen Chancen, die mit mobiler Arbeit einhergehen, wird der Trend Cloud Computing in Deutschland zu zögerlich verfolgt.

Ob als Privatperson oder Unternehmen, Deutschland liegt im europäischen Vergleich beim Einsatz von Cloud Computing nur im Mittelfeld, weit hinter den skandinavischen Spitzenreitern und der Schweiz. Vor allem der Mittelstand – das Herz der deutschen Wirtschaft – liegt weit zurück. Laut Statistischem Bundesamt nutzen nur zwölf Prozent der Mittelständler Cloud-Dienste. Als Grund dafür werden hauptsächlich Sicherheitsbedenken genannt. Wie so häufig werden hier – ganz nach deutscher Mentalität – besonders die Gefahren wahrgenommen und verschleiern den Blick auf die Möglichkeiten, die dem Mittelstand so entgehen.

Zur Person Dr. Oliver Grün ist Präsident des Bundesverbands IT-Mittelstand (BITMi). Hier finden Sie mehr Kommentare in seiner Rolle als Mittelstandsbotschafter.

Am bisherigen Einsatz der Cloud wird aber auch deutlich, dass die deutsche Arbeitswelt erst langsam anfängt zu verstehen, was Cloud Computing bedeutet und welche Möglichkeiten sich für die eigene Arbeit und Kommunikation daraus ergeben. Die Unternehmen, welche Cloud-Dienste bereits nutzen, setzen hauptsächlich einfache, reine Dateiablageservices wie Dropbox oder Skydrive ein, um ihren Mitarbeitern mobiles Arbeiten zu ermöglichen.

Doch die Wahrnehmung der Cloud als Möglichkeit der Datenablage greift zu kurz: Auch die Datenverarbeitung in der Cloud muss – vor allem bei Sicherheitsbedenken – berücksichtigt werden. Denn was nützt eine gute Verschlüsselung, wenn die Daten zur Verarbeitung auch wieder entschlüsselt werden müssen und sich dann nicht in einer sicheren Umgebung befinden? Durch Skandale über Datendiebstahl aus verschiedenen Clouds ist ein Bedrohungsbewusstsein entstanden, dem aber kein Bewusstsein für die guten Möglichkeiten der Datensicherheit entgegensteht. Die Schlussfolgerung deutscher Unternehmen darf aber nun nicht sein, deshalb keine Cloud-Dienste zu nutzen.

Mehr Informationen zu Cloud-Zertifikaten finden Sie im Web unter creditreform-magazin.de/cloud-zertifikate.

Vielmehr sollten sie die vielen guten Angebote aus Deutschland wahrnehmen, beispielsweise zur Verschlüsselung von Daten, welche die Firmeninformationen dann verschlüsselt in herkömmlichen Services wie Dropbox oder Google Drive ablegen. Dabei sollten sie nicht vergessen, dass nicht nur das Hosting von Informationen nach deutschem Recht wichtig ist, sondern auch die Verarbeitung von Daten unter sicheren Bedingungen geschehen muss. Denn für eben diese Verarbeitung müssen Daten, die einmal sicher verschlüsselt wurden, auch wieder entschlüsselt werden.

Hier gibt es viele deutsche mittelständische Unternehmen, die selbst hosten oder mit deutschen Rechenzentren zusammenarbeiten und neben der Ablage auch die sichere Verarbeitung der Daten nach deutschem Recht gewährleisten können. Daher lautet mein dringender Appell an den deutschen Mittelstand: Nutzt die Angebote „Hosted in Germany“ – und profitiert endlich von der Cloud.