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Accioca bietet regionalen Anbietern die Chance auf mehr Geschäftskontakte – und Kunden eine echte Alternative zu Amazon & Co..

 

© Accioca

Das Problem

Regionale Einzelhändler und Dienstleister kämpfen nicht erst seit Corona um jeden Kunden. Schon seit Jahren suchen Käufer verstärkt online nach Waren und Services. Im regionalen Handel zeigt sich im Zuge der Pandemie allerdings deutlicher denn je: Kunden wünschen sich explizit den regionalen Handel auch übers Netz zu erreichen.

Einer aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge kaufen zwei Drittel der Deutschen in der Corona-Pandemie insbesondere bei Einzelhändlern aus ihrer Region ein, um ihnen die Treue zu halten – sofern sie ihre Waren im Internet anbieten.

„Fast ebenso viele (65 Prozent) wünschen sich in diesem Zusammenhang auch, dass mehr Einzelhändler in ihrer Region ein Online-Angebot machen“, heißt es bei dem Internetverband.

 

Die Lösung

Mithilfe des Netzes regional einkaufen – das ist für Daniel Gal die Zukunft: „Im Umkreis von 20 Kilometern gibt es alles, was Amazon bietet. Die meisten Menschen wissen nur nicht, wo.“

Um das zu ändern, hat der Inhaber der hessischen Digitalagentur GAL Digital eine App erdacht, den Anbieter auf ihrem Smartphone oder Tablet einrichten können: Accioca.

Ein Kunde kann dort über eine Whatsapp-ähnliche Bedienoberfläche eingeben, was er gerade braucht – blaue Kopfhörer, eine Waschmaschine unter 500 Euro, einen Friseurtermin zum Schneiden und Färben – und in welcher Region er das Produkt kaufen oder die Dienstleistung in Anspruch nehmen möchte. Möglich ist eine Suche im Umkreis von zehn bis 50 Kilometern.

Verschickt der Nutzer seine Anfrage, öffnet sich eine Ansicht mit Telefon- und Videofunktion und umliegende Händler und Dienstleister werden automatisch angerufen.

Wer Zeit hat, den Kunden zu bedienen, nimmt den Anruf entgegen und kann ein Kundengespräch beginnen. Wer keine Zeit hat, bekommt trotzdem weiterhin Anfragen, die zu seinem Angebot passen.  „Der Verkäufer muss nichts einrichten“, erklärt Gal. „Er muss sich lediglich registrieren und unter den mehr als 150 Kategorien diejenigen auswählen, die zu seinem Angebot passen.“

Momentan befinde sich der Dienst noch in einer Testphase, er soll Mitte September in Mittelhessen und der Wetterau für den Endkunden starten. Danach kämen Schritt für Schritt neue Regionen hinzu, so Gal. Bis zum Ende des Jahres ist das Angebot für Anbieter kostenlos, danach soll es einen Euro pro erfolgtem Kundentelefonat kosten.

 

Die Anwendung

Norbert Ott hat bereits mehrere Testläufe gemacht. Der Geschäftsführer der Pro Clienta Unfallhilfe bezeichnet Accioca als „Digitale Ladentür“. Er ist begeistert von dem Angebot, lösungsorientiert sei es, simpel und schnell: „Ich muss weder eine Investition tätigen noch mich stundenlang mit der App auseinandersetzen“, sagt Ott.

Die Anmeldung dauere keine zehn Minuten. „Registrieren, Bestätigungsmail klicken und fertig. Einfacher geht es nicht.“ Auch danach sei die App einfach zu bedienen.

Den geplanten Preis von einem Euro pro Kundenkontakt ab dem kommenden Jahr hält er für angemessen: „Die Kosten, um einen neuen Kunden zu bekommen, mit dem man eine neue Geschäftsbeziehung aufbauen kann, sind in der Regel deutlich höher. Accioca ist für mich eine neue Vertriebsmöglichkeit ohne zusätzliche Fixkosten.“