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© Datazeit

Daten zu sammeln, ist kein Kunststück. Wohl aber, sie so zusammenzu­tragen und auszulesen, dass daraus Wissen entsteht – und erfolgreiches Handeln. Das Startup Datazeit kann das. Es hilft seinen Kunden, besser zu sein als die Konkurrenz.

 

Das Problem

Was ist der beste Preis für mein Produkt, wie sollte ich mein Produktportfolio ergänzen? Ist mein Wettbewerber mit seiner Kombination von Inhaltsstoffen erfolgreicher als ich? Wie haben sich seine Produkte im Markt im Vergleich zu meinen entwickelt?

Welche Marke ist sichtbarer – seine oder meine? Welche Erkenntnisse kann ich aus Produktbewertungen ziehen? Das alles sind wichtige Fragen. Das Internet ist voll von Daten, die darüber Aufschluss geben – theoretisch zumindest. Denn die meisten Laien sind kaum in der Lage, daraus etwas Sinnstiftendes abzuleiten.

 

Die Lösung

Hier will das Startup Datazeit Abhilfe schaffen. Die Gründer Djef Riady Rifamole und Wilhelm Raider haben eine Technologie entwickelt, um die Unmengen an unstrukturierten Inhalten in wertvolle Informationen zu verwandeln.

Interne Unternehmensdaten werden angereichert und vergleichbar gemacht mit Daten von mehreren Millionen Produkten, die ein selbstlernender Algorithmus täglich erhebt.

„Verschiedene KI-Modelle ermöglichen beispielsweise ein Matching von Produkten, auch wenn sie keine einheitlichen Erkennungsmerkmale haben“, sagt Djef Riady Rifamole. „Unser Algorithmus kann auf Grundlage neuronaler Muster- und Bilderkennung feststellen, dass es zwar keine einheitlichen Merkmale gibt. Trotzdem kann er Produkte vergleichbar machen.“

Datazeit unterstütze Unternehmen unter anderem in der Produktentwicklung, bei der Preisgestaltung und im Marketing, sagt der frühere PwC-Consultant. Beim Preis können Unternehmen zwischen einzelnen Paketen wählen, die sich in Service und Umfang unterscheiden. Das kleinste Paket ist für 450 Euro monatlich zu haben.

 

Die Anwendung

Die Halfen Strickerei ist ein Traditionsbetrieb mit 35 Mitarbeitern im rheinland-pfälzischen Hungenroth, der sich in der dritten Generation in Familienhand befindet. Das Unternehmen produziert vornehmlich Kleidung fürs B2B-Geschäft – deutsche Behörden und Institutionen wie die Feuerwehr und die Polizei beziehen hier ihre Uniformen.

Mit Datazeit wagte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen großen Schritt ins B2C-Business. Die Halfen Strickerei begann, auf Basis von Markt-, Produkt- und Konkurrenzanalysen datengetrieben Produkte zu entwickeln und sie über Amazon zu vertreiben.

Dank der Analysen und der dazugehörigen Beratung waren die Halfen-Produkte für relevante Suchbegriffe des Kunden schnell oben in den Suchergebnissen zu finden, sie waren sichtbarer als eigentlich bekanntere Marken.

Firmenchef Fabian Halfen ist begeistert. „Wenn ich selbst nach Bauchgefühl entschieden hätte, welche Produkte nachgefragt sind, und laienhaft auf der Plattform eingestellt hätte, wären unsere Produkte sicherlich nicht auf so eine Nachfrage getroffen und wären niemals so sichtbar“, sagt er. „Wir waren für Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen teilweise auf Platz eins und kamen kaum mit der Produktion hinterher. Mit Sicherheit haben wir 60 Prozent mehr verkauft als sonst.“

Schnell ging es auch: Die Zeit, die Halfen selbst in das Projekt stecken musste, war weniger als eine Arbeitswoche.