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Beim Kombi macht Skoda bislang keiner was vor. Unsere Testfahrt mit dem Superb Combi iV Sportline zeigt: Die Tschechen stellen mit der vierten Superb-Generation selbst hohe Ansprüche souverän zufrieden.

Skoda Superb Combi.

© Skoda

Es gibt nicht viele Fahrzeuggattungen, die mit der Beliebtheit von SUVs mithalten können. Kombinationskraftwagen, kurz Kombis, schaffen es noch.

Mit ihnen bekommen Käufer – im Gegensatz zum SUV – bessere Verbrauchswerte und mehr Nutzwert und Alltagstauglichkeit für ihr Geld. Und im Vergleich zu den Stufenheckvarianten gleichen Typs sind die Lifestyle-Laster oft viel schnittiger designt.

Das machen auch die Bezeichnungen wie Avant, Touring, Turnier, Variant, T-Modell, Sportbrake, Sports Tourer, Sports Wagon oder Grandtour deutlich. Doch egal, wie sehr sie der Optik huldigen, die eigentliche Musik beim Kombi spielt im Heck. Entscheidend für traditionelle Käufer bleibt nämlich die Frage: Was passt hinten rein?

Und da machte Skoda bislang keiner was vor. Die Tschechen boten schon immer mehr Kofferraum als die Konkurrenz. So ist auch der überarbeitete Mittelklassewagen Superb iV technisch nahezu identisch mit dem VW Passat, doch bei Zuladung und Beinfreiheit hat das Importmodell knapp die Nase vorn.

Allerdings: Beim getesteten Plug-in-Hybrid-Modell kosten die Akkus im Heck deutlich Ladevolumen: 510 bis 1.800 Liter passen hinein, gegenüber 660 bis 1.950 Liter bei einem Diesel-Superb.

 

Skoda punktet mit cleveren Details

Im direkten Vergleich mit anderen Dienstwagen-Wettbewerbern punktet Skoda mit cleveren Details – ob das nun ein Abfalleimer samt Müllsäckchen in der Türablage ist, der im Tankverschluss untergebrachte Eiskratzer, zahlreiche Staufächer (etwa für Warnwesten), extra viele Strom- und USB-Anschlüsse, eine Induktiv-Ladeschale oder ein Kühlfach in der Mittelkonsole.

Man gewinnt den Eindruck: Wo bei anderen im Detail der Teufel steckt, ist es bei Skoda Liebe.

Wenn die ganze Familie samt der zwei Hunde den Wagen nach zwei Wochen Test gar nicht zurückgeben mag, dann hat der Hersteller offenbar vieles richtig gut gemacht. Beim Verstauen von Viechern, Fahrrädern und Pfosten aus dem Baumarkt waren es neben reichlich Platz etwa eine Ski-Durchreiche und ein auch hinter die Vordersitze zu spannendes Trennnetz.

Auf der komplett umklappbaren Rückbank gefielen die für Erwachsene geradezu fürstliche Bewegungsfreiheit sowie einfach zugängliche USB-Anschlüsse. Während der Fahrersitz perfekt für alle Belange und Körpergrößen einstellbar war, kam nur von der Beifahrerseite dezentes Murren: Den Passagiersitz in abgespeckter Version mit weniger Einstellungsmöglichkeiten anzubieten, führt zwangsläufig zu Diskussionen.

Rund 62 Kilometer rein elektrische Fahrt schafft der Kombi dank seiner Akkus. Sie kosten zwar etwas Stauraum, mit fast zwei Kubikmetern passt trotzdem noch eine Menge rein.

Die gab es ansonsten nur über die Wahl von Radiosender und Fahrmodus. Während sich der Fahrer am Multifunktions-Lederlenkrad über den Sportmodus freut, reisen die Mitfahrer lieber in der sehr soften Komfortabstimmung, die den Superb selbst bei Tempo 180 auf der Autobahn wie eine Sänfte gleiten lässt.

Und dank klang­gewaltiger Soundanlage mit DAB+-Empfang kommen in Sachen Unterhaltung alle auf ihre Kosten. So hinterließ das komplette Infotainment einen tollen Eindruck, das aus dem VW-Konzernregal kommt und wie in der Golf-Generation 8 funktioniert. Hervorzuheben ist die gute Sprachsteuerung und das vergrößerte Head-up-Display.

Außen hat Skoda die Optik des Superb verfeinert, Front und Heck wurden im Rahmen des Facelifts etwas schlanker gestaltet. Wesentlicher ist allerdings die Änderung unter der Motorhaube: Dort werkelt im Testwagen der Benziner nun mit Elektrounterstützung.

Ein 1,4-Liter-TSI-Benziner bildet die 156 PS (115 kW) starke Basis, ein 85 kW beziehungsweise 116 PS starker E-Motor vor dem Doppelkupplungsgetriebe pusht die Systemleistung auf maximal 218 PS (160 kW). Die Sechsgang-Automatik sowie fünf Fahrmodi verwalten die Kraft von bis zu 400 Newtonmeter Drehmoment. Allradantrieb gibt es für diese Variante nicht, nur Vorderradantrieb.

 

Frank Heide schreibt seit 15 Jahren über Autos. Für das Creditreform Magazin testet einmal im Monat die neuesten Firmenwagen. © Thomas Luther

Es gilt als offenes Geheimnis, dass der bessere Passat aus Tschechien kommt. Skoda stellt mit der vierten Superb-Generation selbst hohe Ansprüche souverän zufrieden. Und ergänzt mit dem aktuell angesagten Plug-In-Hybrid eine für CO2-Flottenemissionen und Verkaufserfolge wichtige Antriebsvariante.

Rein elektrisch fährt der Superb Combi maximal 62 Kilometer weit, dann sind die fast 140 Kilo schweren 13-kWh-Batterien erschöpft. Im Alltag werden daraus gut 50 Kilometer. Hybrid fährt man maximal 930 Kilometer weit – oder aber mit voller Unterstützung beider Aggregate richtig sportlich.

Der Tscheche schafft eine Sprintzeit aus dem Stand auf 100 km/h in 7,8 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Als angenehm blieben die Übergänge vom E- zum Verbrenner-Antrieb in Erinnerung, sie sind nur bei Volllast richtig spür- und hörbar.

Der Superb hat alles, was ein Kombi braucht, und überzeugt im Alltag auch als Plug-in-Hybrid. Allerdings muss man im Vergleich zu Benziner oder Diesel Einschränkungen beim Kofferraum hinnehmen: Die Akkus kosten Platz und steigern das Leergewicht auf fast zwei Tonnen.

Mit einem Basispreis von 47.560 Euro ist der Passat-­Herausforderer außerdem kein Schnäppchen – aber die aktuellen Förderungen wie Herstellerprämie und Innovationsprämie (6.750 Euro für PHEV) mildern den hohen Preis etwas.

Technische Daten

Antrieb: 1,4 Liter TSI-Benziner, Vierzylinder-Frontmotor plus Elektromotor

Leistung: 160 kW (218 PS) und 400 NM Drehmoment Systemleistung

Beschleunigung: 0-100 km/h: 7,8 Sek, max. 225 km/h

Zuladung: max. 583 kg, Kofferraum-volumen: 510 – 1.800 Liter

Verbrauch: 1,7 Liter (NEFZ)

Abgasnorm: Euro6, CO2-Emisionen: 38 g/km (NEFZ)

Preis: 47.560 Euro