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Creditreform

Beachtung und Umsetzung von Datenschutz-Anforderungen und arbeits-, steuer- sowie lizenzrechtlichen Bestimmungen: die Tragweite einer „Bring Your Own Device“ (BYOD)-Einführung ist allein schon unter rechtlichen Gesichtspunkten immens. Und dabei sind noch nicht einmal die mit einer BYOD-Strategie verbundenen Sicherheitsrisiken für Unternehmenssysteme und -daten berücksichtigt. Wäre „Choose Your Own Device“ (CYOD) nicht eher die Lösung?

Kein Wunder also, dass hierzulande bezüglich einer BYOD-Einführung höchste Skepsis herrscht, gerade in extrem regulierten Branchen mit hohen Anforderungen an Datensicherheit oder Datenschutz wie der Finanzdienstleistungsindustrie, dem Versicherungswesen oder der öffentlichen Verwaltung. Viele Unternehmen, Behörden oder Institutionen haben daraufhin auch den Weg eines generellen BYOD-Verbots eingeschlagen.

Doch die Frage bleibt erlaubt, ob das der Königsweg ist. Ich habe da meine Zweifel. Denn dabei verkennt man ein Problem, das zunehmend größer wird: die Entwicklung einer risikobehafteten mobilen Schatten-IT. Das heißt, neben der „offiziellen“ IT-Infrastruktur finden sich Systeme und Applikationen, die ganze Fachabteilungen oder einzelne Mitarbeiter unabhängig von der IT betreiben. In manchen Unternehmen sollen bereits 80 Prozent der Beschäftigten ihre privaten IT-Geräte auch beruflich verwenden – und das vielfach ohne Kenntnis der IT. Die damit verbundenen Sicherheitsgefahren für die Unternehmenssysteme und -daten liegen auf der Hand.

Warum als Arbeitgeber nicht lieber die Geräte stellen?

Sollte ein Unternehmen oder eine Behörde die Herausforderungen, die sich mit der Verwendung privater Geräte für berufliche Zwecke ergeben, also nicht doch proaktiver angehen? Meiner Meinung nach: eindeutig ja. Denn zu BYOD gibt es durchaus Alternativen: Das Stichwort lautet „Choose Your Own Device“ (CYOD). Bei diesem Modell können sich Mitarbeiter ein Gerät aus einer vom Unternehmen vorgegebenen Produktpalette aussuchen. Die Geräte verbleiben dabei im Eigentum des Arbeitgebers.

Zentraler Vorteil dieses Ansatzes: Verwaltungsaufwand, Kompatibilitätsprobleme oder Sicherheitsrisiken lassen sich durch eine Begrenzung der Anzahl von Endgeräten und Betriebssystemvarianten wesentlich besser in den Griff bekommen. Einem Wildwuchs mobiler Endgeräte kann damit zielgerichtet entgegengesteuert werden. Wenn ein Unternehmen die Technik vorgibt, muss es nicht mehr wie bei BYOD-Konzepten beliebige Endgeräte mit hohem Aufwand in das System- und Sicherheitsmanagement der eigenen IT integrieren. Und auch der Mitarbeiter profitiert von einem CYOD-Ansatz, wenn er dabei aus einem erweiterten Produktangebot wählen kann. Voraussetzung ist nur, dass er dabei eine Auswahlmöglichkeit aus aktuellen Geräten hat.

Margreet Fortuné ist Regional Manager DACH, Benelux & Eastern Europe bei Absolute Software.