Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Für ihre tägliche Arbeit nutzen fast drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland (71 Prozent) privat angeschaffte Geräte wie Computer und Handys − so eine Studie des IT-Branchenverbands Bitkom. „Die IT-Ausstattung eines Unternehmens und private Mobilgeräte adressieren zwei unterschiedliche Bereiche“, erklärt Experte Benjamin Wolters. „Die IT-Ausstattung ist für die Arbeit optimiert, private Consumer-IT ist auf den Anwender zugeschnitten. Einige Fähigkeiten dieser Geräte können jedoch sehr gut im Unternehmen verwendet werden.“ Zudem könne kein Unternehmen in derselben Geschwindigkeit neue IT-Ausstattung anschaffen, wie die Technologie voranschreite.

Was Sie über BYOD wissen sollten:

Potenziale für Unternehmen

Kurzfristig werden die Nutzer zufriedengestellt und womöglich die gröbsten Sicherheitsbedenken aus dem Weg geräumt, langfristig stellt sich schnell Ernüchterung ein, wenn keine konkreten Ziele verfolgt werden. In den meisten Fällen erzeugt die Installation einer Mobile-Device-Management-Lösung oder der zusätzliche Support-Aufwand zunächst Kosten. Der geregelte Zugriff auf Mail, Kalender und Kontakte, sowie ein möglicher Zugriff auf Unternehmensdaten bieten jedoch tatsächlich viele Vorteile. „Daher raten wir unseren Partnern, sich Ziele zu setzen und eine Strategie zu verfolgen“, so Wolters. Ziele könnten neben der Mitarbeiterzufriedenheit beispielsweise die Reduktion der heterogenen Unternehmens-IT oder eine Minimierung des Support-Aufwands sein.

Herausforderung für Systemadministratoren

Die Gefahren für Unternehmen haben sich nicht geändert − nur der Speicherort und die Rechtslage sind kompliziert. IT-Security, Datenverlust und Industriespionage spielen sich jetzt nicht mehr hinter der Firewall, sondern außerhalb der Kontrolle des Unternehmens ab. Schlecht gesicherte Geräte, Verlust und Diebstahl kommen als Unbekannte hinzu. Zudem ist eine mangelnde Sensibilisierung der Nutzer für Datenschutz und Sicherheit nicht durch den Systemadministrator messbar.

Motivation der Mitarbeiter

Unternehmen wie der Software-Hersteller Citrix stellen ihren Mitarbeitern ein Budget zur Verfügung, mit dem sie dann ein selbst gewähltes mobiles Gerät anschaffen können. Das ist eine Möglichkeit, um Mitarbeiter für BYOD zu motivieren. Doch nicht jedes Unternehmen möchte sich diesem Aufwand stellen. Vor allem ist ein Sponsoring privater Geräte auch nicht immer sinnvoll für jedes Unternehmen. Grundsätzlich sollten sich Unternehmen ihren Status quo anschauen und ihre Optionen identifizieren: Wie wäre der Einsatz mobiler Endgeräte − dienstlich oder privat − sinnvoll? „Dann gilt es, diese Strategie so umzusetzen, dass neben dem Nutzer auch der Unternehmer einen Nutzen aus den mobilen Geräten zieht“, rät Wolters. (mil)

Lesen Sie auch: Sechs Leitlinien zur Einführung von Mobile Device Management