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„EvoLine“ heißt das Forschungsprojekt, in dem die kontinuierliche Evolution langlebiger Produktlinien vor allem im Hinblick auf eingebettete Systeme und auf Industrie-Automatisierungssysteme untersucht wird. „Weiterentwicklung ist notwendig, wenn eine Software um Funktionen erweitert oder Fehlverhalten korrigiert werden muss. Geschieht dies nicht, veralten die Systeme oder funktionieren nicht, wie vom Kunden gewünscht. Der Verlust dieser Kunden, Imageschäden und letztendlich finanzielle Einbrüche sind die logische Konsequenz“, sagt Christian Kröher vom Institut für Informatik der Universität Hildesheim.

Im dreijährigen Forschungsprojekt „EvoLine“ konzentrieren sich die Forscher auf Softwareproduktlinien. Dabei handelt es sich „um eine Menge verwandter Produkte mit einer gemeinsamen Infrastruktur“, erklärt Kröher. Die Herausforderung bei deren Weiterentwicklung sei – anders als beim einzelnen Produkt – die „enge Verknüpfung der Produkte und die längere Lebensdauer der Produktlinie. Jede Änderung muss in der Gesamtheit betrachtet werden.“ Das Projekt wird von der DFG mit 130.000 Euro gefördert.

Software langlebiger machen

Die Forscher verdeutlichen an einem Beispiel: Der Kern (Kernel) des Open-Source Betriebssystems Linux lässt sich für die jeweiligen Bedürfnisse konfigurieren und wird daher auch als Referenzbeispiel im Projekt „EvoLine“ herangezogen. Betrachtet man die Dokumentation über die Weiterentwicklungen in diesem Bereich, so fällt auf, dass auch Änderungen vorgenommen wurden, die sich auf zuvor eingeführte Korrekturen des Betriebssystems beziehen. Dies sind klare Indikatoren für Probleme und Fehler, die während der Weiterentwicklung eingeführt wurden. Mit den Methoden und Techniken, die im „EvoLine“-Projekt entwickelt werden, sollen genau diese Fehler frühzeitig erkannt werden.

Dabei liegt der Fokus auf der teilautomatisierten Identifikation von Veränderungen. „Wir wollen die Langlebigkeit von Softwareproduktlinien unterstützen und den Aufwand für Fehlererkennung und -korrektur verringern“, fasst Christian Kröher zusammen. (al)

www.sse.uni-hildesheim.de