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© Auto-Medienportal.Net/Subaru

Eine kleine Revolution: Der Subaru Forester bekommt als erstes Modell eine Mild-Hybrid-Motorisierung. Unser Autor Frank Heide hat ihn getestet.

 

Von außen betrachtet, kann man es kaum glauben, dass der Subaru Forester in fünfter Generation komplett überarbeitet wurde. Obwohl rund 80 Prozent aller Teile neu sind, präsentiert sich das fünftürige Mittelklasse-SUV wiedererkennbar mit typischen Offroad-Features: viel Federweg und hoher Bodenfreiheit fürs Fahrwerk sowie einer Gesamtoptik, die eher das Prädikat rustikal als schick verdient.

Neu ist der blaue Schriftzug am Heck: e-Boxer steht dort und zeigt an, dass der Vierzylinder-Boxermotor von einem Mild-Hybrid-Antrieb unterstützt wird.

Doch der Forester bleibt seinem Namen treu: Er ist ein Auto für den Busch, keins für den Boulevard. Was nicht bedeutet, dass das SUV eine spartanische Blechdose wäre.

Der Innenraum ist großzügig, Bein- und Kopffreiheit sind auf allen Sitzen fürstlich. Ablage- und Staufächer finden sich reichlich und der Kofferraum ist gut nutzbar.

 

Mild-Hybrid-Antrieb mit Lithium-Ionen-Batterie

Daran ändert auch die Lithium-Ionen-Batterie nichts, die für den Mild-Hybrid-Antrieb mit an Bord gekommen ist. Sie befindet sich knapp hinter der Hinterachse und ist an die Stelle des Reserverads gerückt.

In vielen Details wirkt der Forester durchdachter. Die hinteren Türeinstiege wurden breiter und tiefer, um besser darauf stehen zu können, wenn man etwas an der Dachreling festzurrt.

Für klare Funktion und einfache Handhabung steht auch der Wahlhebel für die verschiedenen (Offroad-)Fahrmodi unten in der Mittelkonsole. Fehlerhafte Bedienung ist ausgeschlossen, alles ist verständlich und gut beschriftet.

Das Herzstück der Subaru-Neuerungen ist aber der sogenannte e-Boxer. Der überarbeitete, 150 PS starke Zweiliter-Vierzylinder-Boxer bekam einen zusätzlichen 12,3 kW beziehungsweise 16,7 PS starken Elektromotor zur Seite gestellt, der ins Getriebe integriert wurde.

 

Benzinverbrauch senken

Die Komponenten ermöglichen es dem e-Boxer, bei maximal 40 km/h im Stadtverkehr rein elektrisch bis zu 1,6 Kilometer weit zu fahren. Zum Vergleich: Der Toyota Prius schafft 2,0 Kilometer.

Extern aufladen kann man den Subaru-Akku aber nicht. Das System dient hauptsächlich dazu, den Benzinverbrauch zu senken. Das ergibt Sinn, denn weder Boxermotoren noch Geländefahrten gelten als besonders spritsparend.

Besser gelingt das durch Rekuperation und durch sogenanntes Segeln mit abgeschaltetem Motor. Tatsächlich schaltet sich der Motor im Stadtverkehr beim Ausrollen häufig ab, was sich am Drehzahlmesser sofort ablesen lässt.

 

Frank Heide schreibt seit 15 Jahren über Autos. Für das Creditreform Magazin testet einmal im Monat die neuesten Firmenwagen. © Thomas Luther

Subaru macht gerne etwas anders. Mit Boxermotoren in Kombination mit Allradantrieb, stufenloser CVT-Automatik und hoher Geländetauglichkeit haben sich die Japaner eine treue Fangemeinde erobert. Jetzt bekommt der Forester als erstes Modell eine Mild-Hybrid-Motorisierung. Nur eine kleine Revolution, aber sie funktioniert.

Über eine Subaru-Eigenart muss man sich aber im Klaren sein: Der Forester wird mit Lineartronic ausgeliefert. So heißt Subarus Variante des typisch japanischen CVT-Automatikgetriebes. Und das reagiert auf ungestüme Gaspedalbefehle zunächst nur mit einem Aufheulen des Motors. Die Leistung setzt erst zeitversetzt ein.

Zwar hat der kleinste japanische Autohersteller diesen typischen Effekt über die Jahre verbessert. Dennoch: Bei jedem Drehzahlsprung, zum Beispiel beim Überholen und sehr dynamischer Fahrweise, stöhnt der Vierzylinder auf. Wer hingegen gleichmäßig beschleunigend fährt, für den ist das stufenlose CVT-Getriebe kein Problem.

 

Über Tempo 150 bleibt der Komfort auf der Strecke

Zur entspannten Fahrweise trägt auch die Drehmomententwicklung des getesteten Zwei-Liter-Benziners bei: Trotz 150 PS Basisleistung und zusätzlichen 17 PS aus dem E-Motor, reißt der Forester keine Bäume aus. Über Tempo 150 bleibt der Komfort auf der Strecke, es wird laut im Forester und die Motorhaube flattert.

Zu Hause fühlt sich der Forester  eher im Gelände. Zwar ist er kein purer Offroader, aber die zahlreichen technischen Allradkomponenten, 22 Zentimeter Bodenfreiheit sowie die kinderleichte Bedienung der Geländefahrmodi lassen Schotter, Schlamm und Steigungen zum Vergnügen werden.

Bleibt die Grundfrage: Warum nun als Mild-Hybrid? Gegenüber dem Boxer-Benziner ohne Elektro-Unterstützung ist der Normverbrauch um 0,7 Liter auf 6,7 Liter pro 100 Kilometer gesunken. Das ist ordentlich, viele Mild-Hybrid-Konkurrenten sparen nur rund 0,4 Liter. Aber zum Sparwunder wird der Forester als e-Boxer nicht.

Zu haben ist der Neue seit dem 7. März ab 34.990 Euro. Damit kostet der Mild-Hybrid im Vergleich zum Vorgängermodell  3.000 Euro mehr. Bemerkenswert ist aber der Umfang der Serienausstattung.

Das Paket Trend umfasst Abstandstempomat, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner, Querverkehrswarner, Fernlichtassistent, Licht- und Regensensor, LED-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht, 17-Zoll-Alufelgen sowie umfangreiche Klima-, Infotainment- und Audioausstattung. Zudem gewährt Subaru eine Vollgarantie, also Gewährleistung auf alle Komponenten: fünf Jahre und bis zu 160.000 Kilometer.

Technische Daten

Subaru Forester e-Boxer 2.0 ie

Antrieb: Vierzylinder Boxermotor plus Mild-Hybrid, Automatikgetriebe und Allradantrieb

Leistung: 110 kW/150 PS

Beschleunigung: 0-100 km/h:

11,2 Sekunden, max. 188 km/h

CO2-Ausstoß: 154 g/km

Abgasnorm: Euro-6-d

Verbrauch: 6,7 l/100 km

Preis: ab 34.990 Euro