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Das Foto zeigt einen Subaru

© Subaru

Subaru mag außergewöhnliche Zutaten: Der japanische Hersteller verbaut ausschließlich Boxermotoren, hat fast immer Allradantrieb an Bord und setzt sowohl beim Getriebe als auch beim Assistenzsystem „Eyesight“ auf eigene Entwicklungen, die als echte Spezialitäten gelten dürfen. Nicht nach jedermanns Geschmack, nicht immer besser als der Wettbewerb, aber stets speziell und unverwechselbar.

 

Sein Spitzenmodell Outback hat Subaru in der sechsten Generation auf eine neue Plattform gestellt, doch der Offroad-Kombi bleibt optisch und konzeptionell dem bekannten Stil treu: Permanenter Allradantrieb, stufenloses Automatikgetriebe („Lineartronic“) und Boxermotor sind Standard. Die Außenabmessungen und der Radstand legen leicht zu, die Karosserie präsentiert nun markanter geformte Offroad-Beplankung und Unterfahrschutz.

Der überarbeitete 2,5-Liter-Benziner unter der etwas längeren Motorhaube bietet mit 124 kW oder 169 PS zwar sechs Pferdestärken weniger als der Vorgänger, stellt aber etwas mehr Drehmoment zur Verfügung und vermittelt ein direkteres Ansprechverhalten bei niedriger Drehzahl. Auswahl in Sachen Motor oder Getriebe gibt es nicht.

 

Stufenlose CVT-Automatik gewöhnungsbedürftig

Der vibrationsarme Motor läuft im Stand so ruhig, dass man glauben könnte, in einem Elektroauto zu sitzen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Es gibt ebenso wenig einen Turbo, wie es eine Mild-Hybrid-Unterstützung gibt. Der Durchschnittsverbrauch, den der Hersteller mit 8,6 Liter angibt, fiel im Alltag meist zweistellig aus.

Bekannt, aber gewöhnungsbedürftig bleibt die stufenlose CVT-Automatik mit ihren acht vorprogrammierten Fahrstufen: Explosionsartige Leistungsentfaltung und Raserei sind ihre Sache nicht, wer gerne ruhig dahingleitet, wird sie schätzen. Im besten Fall sind 10,2 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h drin; die Spitze ist bei Tempo 193 erreicht, aber beides geht arg auf die Ohren.

Technische Daten
Antrieb: 2,5-Liter-Benzinmotor,
CVT-Automatikgetriebe mit
8 vorprogrammierten Gängen
Leistung: 124 kW/169 PS
Maximales Drehmoment: 252 Nm bei 3.800 U/min
Beschleunigung: 0-100 km/h: 10,2 s,
max: 193 km/h
Normverbrauch (WLTP): 8,6 Liter
CO2-Ausstoß: 193 g/km
Abgasnorm: Euro 6d-ISC-FCM
Preis: ab 45.990 Euro (Platinum)

Eyesight ermahnt Unkonzentrierte

In Sachen Sicherheit bietet der Mittelklasse-Kombi unter anderem ein Notbremssystem vorne und hinten, einen Totwinkel- und einen Spurhalteassistenten sowie einen Querverkehrswarner. Wie gehabt, nutzen die Japaner für die Umfeldüberwachung vor allem eine Windschutzscheibenkamera, die nun aber einen größeren Arbeitsbereich abdeckt.

Sie ist die Basis des Assistenzsystems „Eyesight“, das den Fahrer so gut überwacht, dass er eine Ermahnung kassiert, wenn er das Smartphone in die Hand nimmt oder den Blick abschweifen lässt.

 

Raumgefühl großzügig

Der Aufenthalt im Konkurrenten von Ford Edge, Kia Sorento und Toyota Land Cruiser ist auf allen Plätzen komfortabel, das Raumgefühl großzügig und die Übersicht trotz leicht zum Heck abfallendem Dach tadellos.
Lobenswert ist auch der Versuch, die Zahl der Knöpfe und Tasten im sehr wohnlich und großzügig eingerichteten Innenraum zu reduzieren.

So hat etwa das neue Infotainmentsystem einen wie als Tablet bedienbaren 11,6-Zoll-Touchscreen für alle wichtigen Funktionen – vom Infotainment und der Smartphone-Einbindung (Apple Car Play und Android Auto) über die „Eyesight“-Funktionen und die Navigation bis zur Klimatisierung.

Der Fahrer kann die Kachelansicht des Bildschirms individuell anordnen, außerdem können im „Driver Monitoring System“ bis zu fünf verschiedene Fahrer persönliche Profile mit Wunscheinstellungen anlegen – allerdings nur für Komfort- und nicht für Sicherheitssysteme.

 

Langlebigkeit schlägt Lifestyle

Das alles ist natürlich zeitgemäß. Möglicherweise wichtiger sind dem typischen Subaru-Kunden für die Weltreise, den Jagdausflug oder das Camping-Wochenende die hohe Bodenfreiheit, die simple Bedienbarkeit der Offroad-Automatik sowie die Zuladung: Mindestens 561 Liter Gepäckvolumen passen hinter die Rücksitze, stolze 1.822 Liter sind es, wenn man sie umklappt.

Mit Dachgepäckträger und Anhängerkupplung ausgestattet, vervielfachen sich die Lademöglichkeiten, da bis zu zwei Tonnen an den Haken genommen werden.

 

Vieles beim Bewährten geblieben

Nach mehr als 1.200 Testkilometern verfestigt sich beim Outback der Eindruck, dass trotz mehr Komfort und modernerer Konnektivität auch in der sechsten Generation vieles beim Bewährten geblieben ist. Zum Glück. Allzu modischer Lifestyle kommt bei Subaru gar nicht erst vor, das Fahrzeug bleibt pflegeleicht, die Verarbeitung verspricht Langlebigkeit.

Die Einstiegsvariante „Trend“ startet bei knapp 41.000 Euro. In der getesteten und höchsten der insgesamt fünf Ausstattungsstufen (Platinum) kostet der Outback knapp 46.000 Euro und hat dann mehr als alles Notwendige an Bord – inklusive fünf Jahre Garantie bis 160.000 Kilometer Laufleistung. Zum Marktstart gibt es darüber hinaus als Hommage an den 40. Geburtstag des Importeurs die limitierte „Edition Trend 40“ für 39.990 Euro.

 

Heides Testurteil:
Die Mischung aus Kombi und SUV hat bei Subaru Tradition – und der Outback überzeugt als ehrliche Haut mit rustikalen Qualitäten, die nicht nur Förster und Jäger zu schätzen wissen. Andere mögen stylisher, schneller, moderner und/oder sparsamer sein. Doch hat der Outback mehr Charakter. Er setzt auf bewährte Tugenden, das geht natürlich zulasten der Modernität.

Frank Heide schreibt seit 16 Jahren über Autos. Für das Creditreform Magazin testet einmal im Monat die neuesten Firmenwagen. © Thomas Luther