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© Volvo

Hybride wie der Volvo XC40 T5 Twin Engine sind die Dienstwagen der Stunde: Das Angebot an Modellen ist groß, die Preise sind moderat und der aufgestockte Umweltbonus lässt sie in der Kostenbilanz mit Verbrenner-Fahrzeugen gleichziehen.

 

Zwar haben Hybride schon 2019 Rekord-Zulassungszahlen in Deutschland verzeichnet, doch im Jahr 2020 profitieren Kunden in besonderem Maße davon, dass sich die Preispolitik der Hersteller stärker an drohenden Strafzahlungen aus Brüssel ausrichtet.

In diesem Jahr wird es nämlich ernst mit den CO2-Emissionsgrenzen der EU, die bei Nichteinhaltung hohe Strafen nach sich ziehen.

Die beste Möglichkeit, solche Strafen zu verringern oder zu vermeiden, ist der Verkauf von Fahrzeugen, die auf dem Papier wenig CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Neben emissionsfreien Elektroautos fallen auch die meisten Plug-in-Hybride (PHEV) in diese Kategorie.

Ein mittelgroßes SUV wie unser Testwagen Volvo XC40 T5 Twin Engine als PHEV wird zum Beispiel mit nur 41 Gramm pro Kilometer taxiert.

Der Flottenverbrauch des Herstellers sinkt. Kein Wunder also, dass schon in fünf Jahren jeder zweite verkaufte Volvo ein E-Auto sein soll.

Frank Heide schreibt seit 15 Jahren über Autos. Für das Creditreform Magazin testet einmal im Monat die neuesten Firmenwagen. © Thomas Luther

Dank recht geringer Ladezeiten und der mitgelieferten Ladekabel schrumpfen Reichweitensorgen auf ein Minimum, schon die rein elektrische Leistung reicht manchen Pendlern für den Berufsweg. Der T5 ist chic und ein bisschen cool, aber auch teuer. Mit leiserem Motor, Allradantrieb und Head-up-Display wäre er noch besser.

Aus Twin Engine wird Recharge

So bekam unser Testwagen mit dem Beinamen T5 Twin Engine gerade erst einen kleinen Bruder zur Seite gestellt, den XC40 T4 Recharge, der ein bisschen schwächer und etwas preiswerter ist.

Er trägt im Namen schon ein Stück Zukunft, denn die Bezeichnung Twin Engine wird ab dem Modelljahr 2021 auch für den T5 PHEV zugunsten von ­Recharge aufgegeben.

Beiden Modellen gemein ist die Antriebskombination aus einem 180 PS starken 1,5-Liter-Dreizylinder-Benziner und einem E-Motor, der 60 kW beziehungsweise 82 PS leistet.

Die T5-Systemleistung von 262 PS wird immer per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder geleitet. Damit sprintet der mindestens 1,8 Tonnen schwere Fünftürer in 7,3 Sekunden auf Tempo 100.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt ab Modelljahr 2021 bei Tempo 180. Die Drosselung ist dem Sicherheitsversprechen des Unternehmens geschuldet.

 

Akzeptable E-Reichweite

Wie bei Plug-in-Hybriden üblich, kann auch der XC40 T5 dank 10,7 kWh großer Batterie bis zu 45 Kilometer rein elektrisch fahren.

Ideal, um etwa die Dienstreise in der Innenstadt emissionsfrei zu beenden, oder als Frühaufsteher lautlos aus der heimischen Garage zu rollen.

Das Gegenteil von lautlos, so stellt man bei durchgetretenem Gaspedal fest, ist der kernige Dreizylinder-Benziner, der sich akustisch nicht versteckt.

Sein Drehmoment reicht aus, um die Passagiere in die sehr bequemen Sitze zu pressen. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe passt sich in allen Fahrmodi absolut ruckelfrei dem Zusammenspiel der beiden Motoren an.

Wenn beide Aggregate an den Vorderrädern zerren, erreicht das Drehmoment satte 425 Newtonmeter – allerdings kommt man dann noch weniger als sonst auf den vom Hersteller errechneten Durchschnittsverbrauch von zwei Litern auf 100 Kilometer.

Dass Volvo zu Recht Premiumpreise für seine Fahrzeuge aufruft, macht der in schicker Zweifarblackierung vorfahrende Testwagen in verschiedener Hinsicht klar.

Er bietet auch auf den hinteren Plätzen zwei Erwachsenen ordentliche Kopf- und Kniefreiheit. Und vorne ist ausstattungs- und verarbeitungsmäßig sowieso alles vom Feinsten – bis auf die Abwesenheit eines Head-up-Displays.

 

Zuverlässiger Assistent

Volvo hat zudem automatisierte (Selbst-)Fahrfunktionen namens Pilot Assist eingebaut, die leicht zu bedienen sind und im Alltag stets sehr sicher und zuverlässig funktionierten.

Zur Entspannung der Passagiere trägt auch das mit nordischer Coolness aufgeräumte, klar gegliederte Cockpit bei, in dem lediglich die Bedienung des zentralen Touch-Displays ein längeres Studium erfordert.

Ladekabel für öffentliche Säulen und heimische Steckdose sind natürlich an Bord und die im Alltag aufgezeichneten Ladezeiten für den Hybrid verdienen die Note „gut“.

Auch das spezielle Hybrid-Display, welches die effiziente Kooperation der beiden Motoren erleichtern soll, gefällt.

Der Fahrer kann darüber etwa die Batteriekapazität für spätere Fahrtabschnitte „einfrieren“ oder den Benziner bitten, den Akku nachzuladen beziehungsweise auf E-Antrieb zu schalten, was bis Tempo 125 funktioniert.

Komfort-Abstriche muss man im T5 Twin Engine nur bei hohem Reisetempo machen, dann nämlich nagelt der kleine Benziner recht laut.

Der Blick in den Kofferraum macht ­außerdem klar, dass ­Volvos Raumriesen der Vergangenheit ange­hören, heute ist eher Lifestyle angesagt.

In den Test­wagen, der mit einigen Extras an Bord im Eiltempo über die 60.000-Euro-Marke schoss, ­passen aber immerhin zwischen 460 und 1.336 Liter.

Der große ­Bonus der XC-Reihe ist sicher ihr eigenständiges Design, das das kleinste der Volvo-SUV sehr frisch und modern wirken lässt.

Technische Daten
  • Antrieb: 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner-Frontmotor plus 60-kW-Elektromotor
  • Leistung: 192 kW/262 PS
  • Beschleunigung: 0–100 km/h: 7,3 Sek, max.: 180 km/h
  • Normverbrauch: 1,8–2,4 l/100 km
  • Elektrische Reichweite: 45 km
  • CO2-Ausstoß: 41 g/km
  • Preis: ab 49.000 Euro