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Creditreform

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Spätestens seit dem Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes kommen Arbeitgeber nicht um die genaue Erfassung der Arbeitszeiten herum. Welche Softwarelösungen sie dabei unterstützen.

Je nach Auftragslage beschäftigt Sebastian Krabbes in seiner Cateringfirma Events & Fire bis zu 25 Minijobber. „Bis Anfang des Jahres trugen die Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten von Hand auf Excel-Listen ein. Die Buchhaltung musste sie anschließend in ihr System übertragen, das war sehr aufwendig“, sagt der Unternehmer aus dem sächsischen Delitzsch. Als im Januar das neue Mindestlohngesetz (MiLoG) in Kraft trat, schaute er sich nach einer Lösung um, die ihm sowohl die aufwendige Handarbeit erspart und als auch vor allem die Arbeitszeiten gesetzeskonform erfasst.

Das MiLoG sieht nämlich vor, dass der Beginn, das Ende und die Dauer detailliert dokumentiert werden – und zwar für alle Arbeitnehmer, denen der Mindestlohn zusteht, und für alle anderen Angestellten, die weniger als 2.958 Euro brutto monatlich verdienen. Die Daten müssen zudem bis zu zwei Jahre archiviert werden.

Je nach Unternehmensgröße und Anforderungen stehen Unternehmen verschiedene Softwarelösungen zur Zeiterfassung zur Auswahl, von der einfachen App aus der Cloud bis zur Vor-Ort-Installation für die Dokumentation des Arbeitsaufwands in einzelnen Projekten. Damit die Betriebe in Ruhe ausprobieren können, ob die Programme ihre Anforderungen auch tatsächlich erfüllen, lassen sich diese in der Regel bis zu 30 Tage lang kostenlos testen. Hier einige interessante Anwendungen, die via Smartphone oder Tablet funktionieren:

Time & Bill
Die kostenlose Cloud-Software läuft am PC im Browser und unterwegs über Apps auf iPhones und Android-Smartphones. Die klassische Erfassung erfolgt per Klick auf ein Kalenderblatt, woraufhin sich ein Formular öffnet. Im Expressmodus gibt man nur die Länge der Arbeitszeit an und vermerkt im Eingabefeld daneben die jeweilige Aufgabe. Die Software ordnet die Zeit dem entsprechenden Projekt zu. Schneller erfolgt die Erfassung über Stoppuhren, die sich für wechselnde Aufgaben starten lassen. Sie halten automatisch an, wenn von einer Aufgabe zur nächsten gewechselt wird. Die Zeiten werden dabei minutengenau erfasst. Mit dem neuen Teammodul lassen sich Projektmitglieder hinzufügen.
www.timeandbill.de

Timetac
Die Software aus der Cloud kann als Online- Stempeluhr, zur nachträglichen Erfassung von Vertrauensarbeitszeit oder zur mobilen Zeiterfassung genutzt werden, ist in bestehende Unternehmensprozesse integrierbar und bietet alle Funktionen für die Erfassung von Arbeitszeiten, Pausen und Abwesenheiten. 3,50 Euro pro Mitarbeiter und Monat plus 15 Euro pro Monat für die Bereitstellung. Zuvor lässt sich Timetac 30 Tage lang kostenlos testen.
www.timetac.com

Clockodo
Die Zeiterfassung erfolgt über eine Stoppuhr mit Angaben zur aktuellen Tätigkeit entweder im Web über eine Desktop-Software oder als App auf dem Smartphone. Nicht gestoppte Zeiten lassen sich manuell nachtragen. Clockodo kann allein, im kleinen Team oder mit beliebig vielen Mitarbeitern genutzt werden. Die automatisch generierten Stundenzettel sorgen für eine schnellere Abrechnung mit den Kunden. In der Grundgebühr von fünf Euro ist bereits ein Nutzer enthalten, jeder zusätzliche kostet vier Euro im Monat. Die Software kann 14 Tage lang kostenlos getestet werden.
www.clockodo.com/de

Sage Mobile Zeiterfassung
Die browserbasierte Web-Applikation funktioniert unabhängig vom Endgerät und ist für die Betriebssysteme iOS und Android verfügbar. Neben der Erfassung der Personalzeiten prüft sie die Plausibilität der Daten und erkennt automatisch Schichtwechsel. Sie ermöglicht zeit- und kriterienbezogene Auswertungen wie Mitarbeiterjournale und gibt einen Überblick zu Kernzeit- oder Pausenverletzungen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Die Kosten liegen bei 550 Euro.
www.sage.de

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