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Creditreform

Das Urteil: Fälscht ein Mitarbeiter Schriftsätze, um seine Nachlässigkeiten zu verschleiern, kann ihm der Arbeitgeber auch ohne vorherige Abmahnung kündigen. Das hat das Bundesarbeitsgericht entschieden (Az.: 2 AZR 638/13).

Der Fall:Es war strittig, ob die Sekretärin – wie es ihr aufgetragen war – Mülltonnen bei der Stadt abgemeldet hatte. Die nachfolgenden Rechnungen und Mahnungen ignorierte die Sekretärin und legte ihrem Arbeitgeber auf dessen Nachfrage sogar ein von ihr manipuliertes Widerspruchsschreiben vor. Die Fälschung räumte sie aber erst im Nachhinein ein. Der Arbeitgeber bat wegen der wiederholten Pflichtvernachlässigung und dem bewussten Täuschungsversuch den Personalrat um Zustimmung zu einer ordnungsgemäßen Kündigung. Der weigerte sich jedoch. Der Arbeitgeber versetzte die Sekretärin daraufhin und kündigte ihr fristgerecht. Hiergegen klagte die Arbeitnehmerin erfolglos.

Die Entscheidung:Das Gericht gab dem Arbeitgeber recht. Selbst wenn die Mitarbeiterin die Mülltonnen abgemeldet hätte, wäre es ihre Pflicht gewesen, auf die insgesamt 16 Schreiben der Stadt zu reagieren. Die Unterlassung allein hätte zwar noch nicht für eine Kündigung ohne vorherige Abmahnung gereicht. Wohl aber die Aktenmanipulation, womit sie meinte, ihre Pflichtwidrigkeit vertuschen zu können. Dem Unternehmen war es nicht zuzumuten, eine Angestellte weiterhin zu beschäftigen, die versuchte, derart zu täuschen.