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Creditreform

Um ihren Urlaub durchzusetzen, können Arbeitnehmer im Notfall sogar einen Anwalt hinzuziehen. Ein Kündigungsgrund ist das nicht.

Das Urteil: Wird ein Rechtsanwalt hinzugezogen, um einen Urlaubsanspruch durchzusetzen, ist dies kein Kündigungsgrund.

Der Fall: Eine Mitarbeiterin ging einer befristeten Beschäftigung nach. Bereits beim Vorstellungsgespräch hatte sie darauf hingewiesen, dass sie einen dreiwöchigen Urlaub gebucht hatte. Der potenzielle Arbeitgeber sagte ihr zu, diesen nehmen zu können. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Urlaub jedoch ohne Angabe von Gründen gestrichen. Daraufhin schaltete die Mitarbeiterin einen Anwalt ein, der mit Fristsetzung die Genehmigung des Urlaubs erbat. Statt einer Antwort erhielt die Arbeitnehmerin die Kündigung in der Probezeit. Im Unternehmen fühlte man sich durch das Anwaltsschreiben irritiert und sah keine gemeinsame Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dagegen klagte die Arbeitnehmerin nun mit Erfolg.

Die Entscheidung: Laut Arbeitsgericht Dortmund war es von der Arbeitnehmerin durchaus angemessen, den Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Auch war das Anwaltsschreiben mit der Fristsetzung in seinen Augen weder unzulässig noch unangemessen und stellt keinen Kündigungsgrund dar. Die Kündigung sah das Gericht dagegen vielmehr als Maßregelung der Arbeitnehmerin an. Im Gegenzug empfand der Richter die Reaktion des Arbeitgebers als absolut unangemessen, da im Vorfeld nicht einmal versucht wurde, mit der Arbeitnehmerin Kontakt aufzunehmen. Die Ansprüche der Arbeitnehmerin mussten bis zum regulären Ende der Beschäftigung, also noch weitere vier Monate erfüllt werden (Az.: 9 Ca 5518/13).

Warum die Firma Urlaubsansprüche von sich aus erfüllen muss, lesen Sie hier. Mehr Arbeitsrecht finden Sie hier.