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Creditreform

Arbeitnehmer haben keinen Anspruch auf ein gutes oder sehr gutes Zeugnis, nur weil es in der Branche üblich ist. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden (Az.: 9 AZR 584/13).

Der Fall: Einer Zahnarzthelferin hatte der Arbeitgeber im Zeugnis Arbeitsleistungen „zur vollen Zufriedenheit“ bescheinigt. Das entspricht der Schulnote Drei. Hiergegen klagte die Arbeitnehmerin. Sie argumentierte, dass es in der Branche üblich sei, bessere Zeugnisse zu erteilen, also mit einer Leistungsbeurteilung „stets zur vollen Zufriedenheit“. Sie stützte ihre Argumentation unter anderem auf Studien, die bei fast 90 Prozent der Zeugnisse der Branche „gute“ Leistungsbewertungen sahen.

Die Begründung: Das BAG hat mit seinem ablehnenden Urteil noch einmal klargemacht, dass es bei der Zeugniserteilung nicht um einen branchenüblichen Notenschnitt gehe, sondern um die wahrheitsgemäße Beurteilung der Arbeitsleistung durch den Arbeitgeber. Will ein Arbeitnehmer eine bessere Note als durchschnittlich in seinem Zeugnis haben, so muss er diese überdurchschnittliche Leistung beweisen und darlegen. Da das in diesem Fall nicht geschehen ist, bleibt es bei dem „Durchschnittszeugnis“.