Das Unternehmermagazin aus der Handelsblatt Media Group

Creditreform

Können ältere Arbeitnehmer zusätzliche Urlaubstage beanspruchen, muss dies kein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sein. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Bundesarbeitsgerichts hervor (BAG, Az.: 9 AZR 956/12).

Der Fall: Ein Schuhproduzent gewährte den in der Produktion beschäftigten Arbeitnehmern nach Vollendung des 58. Lebensjahrs zwei Urlaubstage mehr als den jüngeren Kollegen. Hiergegen klagte ein Mitarbeiter und verlangte auch für die jüngere Belegschaft die beiden zusätzlichen Urlaubstage. Er hielt die Urlaubsregelung für altersdiskriminierend.

Die Entscheidung: Das BAG sah keine Benachteiligung. Der Arbeitgeber nutzt hier seinen Ermessensspielraum in einem angemessenen Rahmen. Bei der Fertigung von Schuhen handelt es sich um körperlich ermüdende und schwere Arbeit. Die Arbeitnehmer in der Produktion bedürften deshalb nach Vollendung ihres 58. Lebensjahrs längerer Erholungszeiten als jüngere Arbeitnehmer. In diesem Zusammenhang sind zwei weitere Urlaubstage angemessen. Außerdem sieht sogar der Manteltarifvertrag der Schuhindustrie, der mangels Tarifbindung der Parteien nicht angewendet wird, ab dem 58. Lebensjahr zwei zusätzliche Urlaubstage vor.