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Creditreform

Das Startup Remberg hilft Maschinenbauern, Service und Aftersales zu optimieren – und zwar schnell.

 

© mustafahacalaki/iStock

Das Problem

Auftragseingänge und Produktion im Maschinenbau sinken, die Branche leidet unter der schwachen Weltkonjunktur und globalen Handelskonflikten.

Auch aus anderen Gründen herrscht Druck: Die Automobilindustrie braucht langfristig weniger Kapazitäten, die Chinesen bauen ihre Maschinen zunehmend selbst und die Bedeutung von additiver Fertigung (3D-Druck) steigt.

Kurz gesagt: Maschinenbauer müssen sich wandeln und Geschäftsfelder jenseits des Neuanlagengeschäfts ausbauen. Laut dem Maschinenbau-Verband (VDMA) und den Unternehmensberatern von Roland Berger können die Bereiche Service und Aftersales einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Umsatz und Marge zu steigern.

Problem trifft Lösung:

Digitale Services machen Mittelständlern das Geschäftsleben leichter. Das Creditreform-Magazin stellt jeden Monat eine clevere Dienstleistung vor, deren Einsatz sich wirklich lohnt.

Die Lösung

Und da kommt das Münchner Startup Remberg ins Spiel. Die Gründer sind überzeugt: Aftersales-Umsätze beinhalten durchschnittlich zweieinhalb Mal mehr Marge als Neuverkäufe.

Mit dem gleichnamigen Asset-Relationship-Management-System, (ARM-System) können Hersteller sehen, welcher Kunde Ersatzteile oder Serviceleistungen benötigt, und dafür sorgen, dass ein entsprechendes Angebot erstellt wird.

Bei ausreichend digitalisierten Maschinen kann eine Bestellung auch automatisch über eine IoT-Datenverbindung erfolgen. Dazu sammelt die cloudbasierte Software Daten aus existierenden IT-Systemen wie ERP, CRM oder PDM.

„Wir wollen die Serviceprozesse von Maschinen effizienter gestalten, sodass man auch im industriellen Umfeld mit wenigen Klicks findet, was man braucht“, sagt Remberg-Mitgründer David Hahn.

 

Das Kundenfeedback

Die zu Kärcher gehörende Max Holder GmbH aus Reutlingen arbeitet seit Mitte 2019 mit Remberg zusammen. Der Hersteller von Kommunal- und Weinbaufahrzeugen verfügt über ein Vertriebs- und Servicenetz, das mehr als 70 Länder umfasst – der Mittelständler steht vor der Herausforderung, dieses Netz mit Informationen zu versorgen, mit Ersatzteilen und mit technischem Support.

Ein komplexes Unterfangen, wie ein Beispiel verdeutlicht: „Unsere Händler sind verpflichtet, neben der eigentlichen Fahrzeugwartung bestimmte Servicekampagnen durchzuführen – etwa ein Softwareupdate“, erklärt Benjamin Reichenecker, Bereichsleiter Service bei Max Holder.

„Sie müssen eine mehrseitige Liste durch­forsten, um die Kampagnen für die einzelnen Fahrzeuge zu finden.“ Zu kompliziert: In der Praxis würden viele der Servicekampagnen nicht zuverlässig umgesetzt, so Reichenecker.

Mit Remberg sollen Kunden, Händler und die Max Holder GmbH besser zusammenarbeiten. Die Fahrzeuge erhalten künftig einen QR-Code – Händler, die ihn einscannen, gelangen zu einer digitalen Fahrzeugakte, die alle notwendigen Informationen abbildet.

Auch, wann die nächste Wartung fällig ist und ob beispielsweise ein Update aufgespielt werden muss.

„Wir haben die Anwendung auf unserer letzten Händlertagung vorgestellt. Die Reaktionen fielen überwältigend positiv aus“, sagt Reichenecker. Der Bereichsleiter arbeitet gern mit dem im August 2018 gegründeten Startup zusammen.

Der Grund: „Es gibt viele große Player, die ähnliche Anwendungen anbieten. Wir haben uns für Remberg entschieden, weil sie agil arbeiten und äußerst schnell.“

Einen Prototypen für ein neues Feature entwickelte das Unternehmen in nur wenigen Tagen. „Sie launchen sukzessive neue Funktionalitäten und verändern unsere Prozesse Schritt für Schritt.“

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