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Creditreform

Dass sich Fußballtrainer Giovanni Trapattoni seit neuestem auch zwischen Lieferwagen für den Kühl- und Frischdienst, Kastenwagen für Malerbetriebe, Sanitärgeschäfte oder Werkstätten sowie zwischen Kleinlastern für Maurer und Gartenbauer wiederfindet, ist für den Sportpromi neues Terrain – doch er hat es so gewollt: Trapattoni ist Markenbotschafter für Fiat Professional, die Sparte für leichte Nutzfahrzeuge im Italo-Konzern. Mit Trapattonis Namen und Engagement will der italienische Hersteller Deutschlands Speditionen, Zustelldienste und Handwerksbetriebe für den Slogan „Fiat, die umweltfreundlichste Transporter-Marke in Europa, die Lösungen für kleine und mittelständische Unternehmen bietet“ begeistern. Immerhin wurden vor kurzem die Fiat-Nutzmodelle „Fiorino“ und „Ducato“ vom Royal Dutch Touring Club ANWB für ihre vorbildlichen CO2-Werte – 109 und 179 Gramm pro Kilometer – ausgezeichnet.

„Mit Trap erreichen wir unser Ziel“, gibt sich Kaare Neergaard, Brand Country Manager von Fiat Professional in Deutschland, kämpferisch. Dafür spreche auch der Zeitgeist: Immer mehr Betriebe legten Wert auf emissionsarme Fahrzeuge und eine breite Modellpalette. „Für jede Transportaufgabe gibt es das richtige Fahrzeug im Programm“, verspricht der Fiat-Manager mit Blick auf die Vielfalt an unterschiedlichen Radständen, Dachhöhen, Laderaumunterteilungen, Motorengrößen und Fahrerkabinenausführungen im Sortiment. Allein beim „Iveco Daily“ stehen sechs unterschiedliche Radstände zur Auswahl: von 3.000 bis 4.750 Millimetern.

Hinzu kommen spezielle Branchenmodelle – also eigens auf die Anforderungen einzelner Branchen ausgestattete Fahrzeuge. Solche Angebote haben alle führenden Hersteller im Programm. Bei Fahrzeugproduzenten mit keinem oder kleinem Nutzfahrzeugprogramm, zum Beispiel Audi, BMW, Hyundai, Kia, Mitsubishi und Skoda, sind es vor allem Pkw für Taxi-, Fahrschul-, Polizei-, Feuerwehr- oder Rettungseinsätze. Diese Gefährte gibt es als Komplettlösung. So beinhaltet das Skoda-Taxiangebot etwa eine Karosseriefolierung in der typischen, beigen Taxifarbe, Taxametervorrüstung mit spezieller Konsole, Funkvorrüstung, Dachhalterung für Taxi-Leuchte, Zentralinnenlichtschaltung sowie eine Notalarmanlage mit integriertem stillem Alarm – Kostenpunkt: 990 Euro.

Laut Neergaard machen das Gros der Branchenmodelle allerdings Kastenwagen, also Transporter bis leichte Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen aus. Diese werden in der Branche nach Allround- und berufsspezifischen Modellen unterschieden. So gibt es etwa Modellausführungen für das Handwerk allgemein – also über alle Gewerke hinweg. Diese Fahrzeuge verfügen serienmäßig über Vorinstallationen, welche die meisten branchenübergreifenden Ausstattungswünsche abdecken. Zu dieser Kategorie gehört etwa der Werkstattwagen, dessen Einrichtung für Kundendienste und Reparaturleistungen bei Kunden vor Ort gedacht ist – für Installateure, Elektriker, Fliesenleger, Fensterbauer ebenso wie für Kücheneinrichter und Raumausstatter.

Was Handwerker wollen

Bei Ford läuft das allgemeine „Transit“-Handwerksmodel unter der Bezeichnung „Service Line“. Es bietet ab Werk ein komplettes Werkstattequipment fürs Sägen, Schweißen, Schrauben und Montieren. Zur Ausstattung gehören: ausziehbare Werkbank mit Schraubstock, Regal mit Schubladen, Boxen und Wannen für Materialien und Werkzeuge, Gasflaschenhalter mit gesetzlich vorgeschriebener Be- und Entlüftung sowie eine Lochblechwand aus Aluminium für Halterungen zum hängenden Lagern, etwa von Kabeln. „Dank der Heckschwingtür sind Arbeiten an der klappbaren Werkbank sogar bei schlechtem Wetter möglich“, wirbt Wolfgang Booms, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Ford-Werke. Beim Wettbewerber Citroën gibt es derweil nicht nur ein Modell mit der von allen Handwerkern meistgefragten Ausstattung, sondern unter „Proline“ lassen sich alle Nutzfahrzeugmodelle mit dieser Einrichtung bestellen.

Auch Peugeot geht bei den vielseitigen Handwerksgefährten neue Wege. Als „City Worker“ stehen zwei Angebote für Betriebe zur Auswahl, die vor allem in Stadtbereichen Kunden-, Wartungs- oder Reparaturdienste durchführen. Zur Serieneinrichtung gehören unter anderem eine Transportkarre mit Halterung sowie eine besonders robuste Innenraumbodenplatte. Eine weitere mobile Offerte des französischen Herstellers richtet sich unter dem Slogan „Die Gründerzeit“ an junge Handwerker. Die Besonderheit hier: Die Zielgruppe kann bestimmte Branchenmodelle zu günstigeren Finanzkonditionen beziehen.

Die meisten Kfz-Hersteller haben die Ausstattung ihrer Werkstattwagen so gestaltet, dass sie sich mit Zusätzen leicht erweitern und berufstypisch individualisieren lassen – für Glaser etwa mit einem Fahrzeugseitenständer für den Transport von Glasflächen. Bei Peugeot sind die allgemeinen „Avantage“-Handwerksmodelle mit speziellen, vielseitig zu nutzenden Anbindungspunkten ausgerüstet. Sie erleichtern das Montieren von beruflichen Spezialeinrichtungen für Elektriker, Schreiner, Glaser, Maler und Installateure, die der Autohersteller aus Frankreich ebenfalls anbietet. Manche Autohersteller haben auch Fahrzeuge im Programm, die von vornherein auf eine bestimmte Branche oder einen Beruf ausgerichtet sind. Unter „Express Line“ bietet Ford zum Beispiel eine fahrbare Transit-Lösung für Kurier-, Express- und Postdienste. Sie gewährleistet durch konstruktive Veränderungen unter anderem ein rasches Beund Entladen sowie ein sicheres Stapeln von Paketen.

Bei Mercedes-Benz können Kühl- und Frischdienste einen „Vito“, „Sprinter“ oder „Vario“ in passender Ausstattung aus dem Katalog ordern. VW bietet spezielle „T5“- und „Crafter“-Modelle für Baufirmen und Landschaftsgärtner. Derartige branchen- oder berufstypische Fahrzeuge offerieren die Hersteller meist in Kooperation mit einem Ausstattungsspezialisten wie Sortimo, die sich als Ausrüster für Installateure positioniert haben. Weitere Partner der Autohersteller sind etwa Schutz, Aluca oder Planen-Streib, die für Kfz-Einrichtungen für Maurer, Schornsteinfeger oder Dachdecker zuständig sind.

Gerd Zimmermann

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