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Creditreform

Premieren-Alarm auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). Zehn Tage lang präsentieren die Autokonzerne neue Fahrzeuge, neue Technologien und neue Trends. Enthüllt werden auch zahlreiche Modelle der Oberklasse. Das Creditreform-Magazin zeigt, worauf sich Unternehmer freuen dürfen.

Rund 50 Debütanten werden ab dem 14. September 2017 in den Messehallen Frankfurts gezeigt. Zu den Chrom-Juwelen der IAA gehören selbstverständlich die Premium-Automobile der oberen Mittelklasse und Oberklasse. So mancher Neuling wird sich zwar erst am Vorabend der IAA zeigen, doch haben sich einige der neuen Kandidaten in Sachen Business- Automobil bereits im Vorfeld blicken lassen. Es gilt: Wer im oberen Segment – vor allem mit Blick auf ein höheres Level des automatisierten Fahrens – mitmischen will, wird sich an den aktuellen Varianten der E-Klasse und S-Klasse von Mercedes-Benz und ihren neuen intelligenten Features messen müssen. Bereitwillig dürfte sich die Konkurrenz mit Premium-Anspruch – namentlich Audi und BMW – jedoch nicht ins zweite Glied fügen. Insbesondere Audi, dessen weltweiter Absatz zuletzt arg schwächelte, hat Boden gutzumachen. Der neue Audi A8 muss deshalb ein großer Wurf werden. BMW wiederum wurde im vergangenen Jahr von Mercedes-Benz vom Thron der beim Absatz führenden PremiumMarke der Welt gestoßen. Diesen Platz will man zurückerobern. Und unterm Strich heißt das für Autoliebhaber: Es tut sich was, wie auch die nun folgenden Beispiele zeigen.

Herr der Ringe – in vierter Generation

Audi entwickelte den A8 der vierten Generation (Länge: 5,17 Meter, Breite: 1,94 Meter) von Grund auf neu und legte dabei sein Hauptaugenmerk auf hochautomatisiertes Fahren. Im neuen Modell übernimmt per Knopfdruck die AI-Funktion (AI: Artificial Intelligence) auf Autobahnen und Bundesstraßen mit baulicher Trennung im zähfließenden Verkehr bis 60 Stundenkilometer alle Fahraufgaben, während sich der Fahrer einer Nebenbeschäftigung zuwenden kann. Wer sich chauffieren lässt, sitzt in der um 13 Zentimeter längeren Ausführung Audi A8 L mit optionalem Ruhesitz inklusive Fußablage am bequemsten. Das Interieur im Lounge-Look ist reduziert gestaltet: Dreh-/Drück-­Steller und Touchpad sind passé. Die Instrumententafel bleibt weitgehend frei von Tasten und Schaltern. Audis Großer bietet sich dem Fahrer dank neuer Sprachbedienung als intelligenter Gesprächspartner an. Informationen über Ziele und Medien sind entweder onboard vorhanden oder kommen aus der Cloud. Des Weiteren sind innovative Car2X-Dienste verfügbar. Der neue A8 startet mit zwei V6-Turbomotoren (3.0 TDI mit 286 PS oder 3.0 TFSI mit 340 PS) auf dem deutschen Markt. Zwei Achtzylinder mit 435 PS und 460 PS und ein 6,0-Liter-W12 folgen später. Alle Aggregate werden mit Achtgang-Automatik und Quattro-­Antrieb gekoppelt. Bei der neuen A8-Generation handelt es sich um eine vollständig elektrifizierte Modellreihe mit Mild-Hybrid-Technologie. Diese ermöglicht mit einem 48-Volt-Hauptbordnetz ein Rollen bei ausgeschaltetem Motor mit abgekoppeltem Antriebsstrang, erweiterten Start-Stopp-Betrieb und hohe Bremsenergie-Rückgewinnung. Die Variante A8 L e-tron quattro Plug-in-Hybrid mit 449 PS-Systemleistung ist geplant. Sie soll bis zu einer Strecke von 50 Kilometern rein elektrisch fahren und sich per optionaler Induktionstechnik kabellos aufladen können. Die Auslieferung beginnt hierzulande im Spätherbst 2017. Der Grundpreis für den A8 beträgt 90.600 Euro*. Für das Modell A8 L geht es erst bei 94.100 Euro* los.

Reiseautomobil mit dem besonderen Chic

Der neue BMW 6er Gran Turismo (Länge: 5,09 Meter, Breite: 1,90 Meter) tritt an, um den Reisekomfort einer Oberklasse-Limousine mit der Ästhetik eines Coupés zu vereinen. Er ist der Nachfolger des wenig beliebten 5er GT. Doch mit den Features „leichter, sportlicher, komfortabler und effizienter“ möchte der 6er GT beim Kunden besser ankommen. Das Karosseriekonzept bietet mit 610 Liter Gepäckraumvolumen (mit umgelegten Sitzen maximal 1.800 Liter) hohe Funktionalität. Auf Reisen sollen Fahrdynamik und Komfort des neuen 6er GT von einer weiterentwickelten Fahrwerkstechnik profitieren. Mit umfangreichen Fahrerassistenzsystemen geht auch BMW den nächsten Schritt hin zum automatisierten Fahren. Darüber hinaus stehen ferngesteuertes Parken und umfangreiche Mobilitätsdienstleistungen zur Verfügung. Zum Verkaufsstart stehen drei Motoren mit einer Leistungsbandbreite von 258 PS bis 340 PS bereit. Die kombinierten Verbräuche liegen zwischen 4,9 und 8,2 Liter. Geschaltet wird jeweils mit Achtgang-Automatik. Von Beginn an ist für zwei Modellvarianten auch der Allradantrieb BMW x-Drive erhältlich. Die Preisliste für den neuen BMW 6er GT startet bei 62.300 Euro* für den 630i GT.

Der Erfolgs-SUV: leichter und größer unterwegs

Der BMW X3 ist ein Bestseller. Und er soll es bleiben. Optisch tritt der neue X3 wie ein alter Bekannter in Erscheinung. Die Karosserie präsentiert sich fein akzentuiert. Mit 4,71 Meter ist die dritte X3-Generation nur 59 Millimeter länger als ihr Vorgänger. Dennoch wurden bis zu 55 Kilogramm Gewicht eingespart. Zudem stemmt sich der X3 windschlüpfriger gegen den Fahrtwind. Mit einem cw-Wert von 0,29 (Vorgänger: 0,34) ist er Klassenprimus in Sachen Aerodynamik. Das Gepäckfach offeriert 550 Liter Stauraum (erweiterbar auf bis zu 1.600 Liter). Die Motorenpalette umfasst zum Markteintritt drei Benziner und zwei Diesel mit Leistungen von 184 PS bis 360 PS bei einem Kombi-Verbrauch zwischen 5,0 und 8,4 Litern pro 100 Kilometer. Alle Motoren werden serienmäßig mit einer Achtgang-Automatik kombiniert. An Bord des neuen X3 befindet sich ein modernes Bediensystem, wahlweise ausgestattet mit Gestensteuerung und intelligentem Sprachassistenten. Neu ist der optionale BMW-Display-Schlüssel. Mit ihm lässt sich der X3 nicht nur per Funk öffnen und verriegeln. Er kann ferner diverse Statusinformationen zum Wagen anzeigen und dient als Bedieneinheit zum Beispiel für die Standheizung. Umfangreiche Möglichkeiten des (teil-)automatisierten Fahrens stehen ebenso zur Verfügung wie die digitale Verknüpfung von Mensch, Fahrzeug und Umgebung. Der Listenpreis startet bei 44.000 Euro für das Modell xDrive20i mit 184 PS. Das Topmodell, der sportive M40i mit 360 PS, ist nicht unter 66.300* Euro zu haben.

Katze mit Kombibuckel

Der neue Jaguar XF Sportbrake kommt zum zehnjährigen Produktionsjubiläum der XF- Limousine auf den Markt und wird in fünf Ausstattungslinien verfügbar sein. Die analog zum Modellzyklus der Limousine in zweiter Auflage vorgestellte Sportbrake-Variante liefert der Limousine vergleichbare Leistungswerte, Technologien, Konnektivität und Design-Merkmale, ergänzt diese aber um ein deutliches Plus an Praktikabilität und Stauraum (zwischen 565 und maximal 1.700 Liter). Darüber hinaus flossen auch neue Komfort- und Sicherheitsfeatures in die XF-Modelle des Jahrgangs 2018 ein. Die Motorenpalette der zweiten Generation des Premium-Business-Kombis besteht aus dem 250 PS starken Vierzylinder-Turbobenziner und vier Diesel­aggregaten mit einer Leistungsbandbreite von 163 PS bis hin zum turboaufgeladenen Zweiliter-V6-Diesel mit 300 PS. Die kombinierten Verbrauchswerte werden ab 4,0 Liter je 100 Kilometer angegeben. Die Markt­einführung ist auf Oktober 2017 terminiert. Der Einstiegspreis liegt bei 43.960 Euro*.

Unterm Stern – robust und repräsentativ

Mit der X-Klasse schreibt Mercedes-Benz Automobilgeschichte. Er ist der weltweit erste Pickup eines Premium-Autobauers und vereint die typischen Stärken eines Midsize-Pickups mit Mercedes-Benz-Eigenschaften wie etwa Fahrdynamik, Komfort, Design, umfassende Vernetzung sowie aktive und passive Sicherheit. Dem Kunden stehen drei Ausstattungsvarianten vom klassisch-robusten Einsatz (Pure) über den höheren Komfortanspruch (Progressive) bis hin zur Highend-Variante (Power) zur Verfügung. Als Topmotorisierung steht ab Mitte 2018 ein V6-Diesel mit 258 PS bereit. Die Markteinführung soll im November 2017 mit dem Diesel X 220 d (163 PS) und dem X 250 d (190 PS) starten sowie – in ausgewählten Märkten – mit einem Benzinmotor mit 165 PS. Zur Auswahl stehen Hinterradantrieb und zuschaltbarer oder permanenter Allradantrieb, Sechsgang-Handschaltung und Siebengang-Automatikgetriebe. Die X-Klasse ist in Deutschland ab 37.294 Euro* zu haben.

Dynamische Luxuslimousine mit Biss

Jaguar bietet zum neuen Modelljahr 2018 seine Luxuslimousine XJ in der High-Performance-Variante XJR575 an. 575 PS leistet ihr per Kompressor aufgeladener V8. Mit dieser Kraft sprintet das Performance-Flaggschiff von Jaguar von null auf 100 in nur 4,4 Sekunden. Der Topspeed wird mit 300 Kilometer pro Stunde angegeben. Der mit einem sportlichen Edel-Interieur ausgestattete Jaguar bringt ein modernes Infotainment-System und einen 4G-WiFi-Hotspot mit. Zu den intelligenten Sicherheitsfeatures gehören unter anderem ein autonomer Bremsassistent und eine Kombination aus Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent. Der Marktstart für den Jaguar XJR575 erfolgt im Oktober 2017. Die Preisliste enthält als niedrigsten Wert 143.900 Euro*.

Der GSi ist wieder da!

Wer den Insignia sportlich mag, der dürfte sich über das Comeback des GSi aus dem Hause Opel freuen. 1984 wurde diese Bezeichnung für blitzschnelles Fortkommen beim legendären Manta eingeführt und dann 2012 sang- und klanglos gestrichen. Nun möchte Opel mit der Insignia-­GSi-Limousine wieder kräftig Gas geben und an eine große Tradition anknüpfen. Als „Fahrma­schine par excellence“ bewerben die Rüsselsheimer ihre Neuentwicklung. Angetrieben wird die Sportlimousine von einem 2.0-Turbo-Benziner mit 260 PS (Verbrauch kombiniert: 8,6 Liter auf 100 Kilometer). Zusätzlich zum Benziner wird es einen neuen leistungsstarken Dieselmotor geben. Genauere Angaben machte Opel zum Selbstzünder jedoch noch nicht. Das Schalten im GSi übernimmt ein Achtstufen-Automatikgetriebe, das der Fahrer mittels Paddeln am Lenkrad auch selbst bedienen kann. Nicht nur die Optik, auch Fahrwerk, Bremsanlage und Innenraum sind auf eine schnellere Gangart ausgerichtet. Preise gab Opel noch keine bekannt. Die Bestellfreigabe erfolgt kurz nach der IAA.

 

Überraschungsgäste – wer sonst noch kommt

Nicht für alle IAA-Premierekandidaten auf höherem Niveau lag bei Redaktionsschluss offizielles Info- und Bildmaterial vor. Wir rechnen mit folgenden Überraschungsgästen:

Alpina D5 S: Der schnellste in Serie gebaute Diesel-Pkw: 388 PS, bis 286 Stundenkilometer, Preis: ab 87.900 Euro *.

Mercedes-Benz: Erweiterung der S-Klasse als Coupé- und Cabriolet-Facelift mit intelligenten Technik-Features und neuem Motorenprogramm der Limousine sowie eventuell auch die dritte, Generation des viertürigen Coupés CLS.