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Creditreform

Welche Bedeutung ein Dienstwagen für Fach- und Führungskräfte der Generation Y (noch) hat.

Die Generation Y wird auf dem Arbeitsmarkt heiß umworben. Die nach 1980 Geborenen sind mit den sozialen Medien aufgewachsen und legen Wert auf neueste Technologien sowie eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Statussymbole, Besitz und Geld spielen dagegen nicht mehr dieselbe große Rolle wie bei früheren Generationen. Um die gut ausgebildeten, motivierten Mitarbeiter für sich zu gewinnen, bieten Unternehmen neben dem Gehalt oft weitere betriebliche Zuwendungen. Der Dienstwagen rangierte hier in der Beliebtheitsskala bisher immer weit oben. Doch wie sieht das bei der Generation Y aus? Hat der traditionelle Dienstwagen für sie ausgedient?

Tatsächlich würde sich laut einer aktuellen Studie der Postbank nur noch jeder Sechste der 18- bis 34-Jährigen ein eigenes oder sogar ein neues Auto kaufen. Verständlich: Angesichts immer länger werdender Staus und zu weniger Parkplätzen vor allem in den Metropolen scheint die Frage nach dem Nutzen eines eigenen Autos mehr als berechtigt. Lieber teilen sich junge Leute heutzutage ein Auto: Carsharing ist in Ballungsräumen schon jetzt eine Erfolgsgeschichte. Laut der jährlichen Erhebung des Bundesverbands Carsharing waren zu Beginn dieses Jahres über eine Million Fahrberechtigte bei deutschen Carsharing-Anbietern angemeldet – stolze 37 Prozent mehr als noch 2014. Wer kein eigenes Auto besitzt, kann sich in Großstädten jederzeit eines leihen.

Intelligente Dienstwagen für jeden Anlass

Für Arbeitgeber gleicht das einer Aufforderung, die angebotenen Fahrzeuge, deren Ausstattung sowie die Mobilitätskonzepte an die Bedürfnisse der neuen, technikbegeisterten Generation anzupassen. So werden beispielsweise intelligente Autos, die mit vernetzten, also digitalen oftmals mit dem Internet verbundenen Technologien – wie Echtzeit-Verkehrsinformationen oder Systemen zur Integration von Apps – ausgestattet sind, schon heute immer beliebter im Fuhrpark. Diese versprechen nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch mehr Komfort und Unterhaltung.

Den Trend dahin bestätigen das „CVO Fuhrpark-Barometer 2015“ und auch unsere kürzlich durchgeführte Umfrage zum Thema „Intelligente Autos“. Danach setzen bereits mehr als 40 Prozent der befragten Flottenverantwortlichen auf eine innovative Ausstattung im Auto, die vernetztes Fahren ermöglicht.

Zur Person
Marcus Schulz vom Full-Service-Leasinganbieter Arval Germany bloggt auch als Mittelstandsbotschafter über Fuhrparkthemen.

Nutzung von Dienstwagen muss einfacher werden

Gleichzeitig müssen die Nutzungsbedingungen flexibler werden: Verschiedene Fahrzeugtypen müssen neben dem beruflichen Einsatz für private Anlässe zur Verfügung gestellt werden, etwa für den Ausflug am Wochenende, das Cityshopping oder den nächsten Urlaub am Mittelmeer. Bei dem sogenannten Corporate Carsharing wird ein firmeneigener Fahrzeugpool gemanagt – mit heutigen Technologien klappt das sogar recht unkompliziert. Der entscheidende Vorteil ist, dass Mitarbeiter weniger an ein fest zugeordnetes Fahrzeug gebunden sind.

Zusammenfassend zeigt sich: Die Generation Y wird auch in Zukunft immer noch Auto fahren – und sie wird auch die Vorteile eines betrieblich bereitgestellten Fahrzeugs zu schätzen wissen. Sie hat lediglich andere Ansprüche, die eine Anpassung der Rahmenbedingungen erfordern, das sollten Chefs, Personaler und Fuhrparkleiter im Hinterkopf behalten. Eine gewisse Flexibilität und Offenheit sowohl vonseiten der Unternehmen als auch der Leasinganbieter sind also Voraussetzung. Dann bleibt der Dienstwagen als Angebot und Gehaltsbestandteil nach wie vor eine attraktive Zuwendung, mit der Arbeitgeber junge Talente an sich binden können.