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Creditreform

Eine Million Elektroautos will die Kanzlerin bis 2020 auf Deutschlands Straßen sehen, doch zu Jahresbeginn waren es kaum mehr als 8.000 – 1.100 davon mit Hybridantrieb. Zählt man zu diesen Pkw noch die 3.000 Elektrobusse und 4.700 Krafträder hinzu, sind hierzulande knapp 16.000 Elektrofahrzeuge unterwegs. Weltweit sollen es rund 200.000 sein – hergestellt mehrheitlich von Konzernen aus Japan und den USA, wo zugleich die meisten Elektrofahrzeuge und Neuzulassungen zu verzeichnen sind. Norwegen und die Niederlande erreichen übrigens Spitzenwerte bei der prozentualen Zulassung von Stromautos.

Auf der Internationalen Automobil Ausstellung setzen die deutschen Hersteller nun zur Aufholjagd an. Mit welchen Modellen und zu welchen Preisen, verrät unser Special-Autor Gerd Zimmermann ab Seite 12 sowie in einer Bildergalerie auf creditreform-magazin.de/dienstwagen.

Nicht weniger als den „Durchbruch der Elektromobilität“ erhoffe sich die Branche von der diesjährigen Weltmesse, berichtet Zimmermann aus Frankfurt – maßgeblich getragen auch von mittelständischen Firmenfuhrparkchefs.

Welche Möglichkeiten die Macher im Mittelstand unterdessen haben, ihren Fuhrpark energieeffizient und sparsam zu gestalten, haben wir auf Seite 14 für Sie herausgefunden: Ihre Dienstwagenrichtlinie sollte bestimmen, welches Fahrzeug zu welchem Verwendungszweck passt, und mit Bonus-Malus-Regelungen und Fahrtrainings könnten Sie Ihren Leuten den Gasfuß abgewöhnen. Am wenigsten Sprit verbraucht Ihr Fahrzeug übrigens, wenn es sich selbst steuern darf. Wie weit Daimler, BMW, Continental, IBM und andere Pioniere beim Thema „Autonomes Fahren“ bereits sind, welche Systeme hierfür nötig sind und wie zuvor die Haftungsproblematik zu lösen wäre, lesen Sie ab Seite 20. Welche intelligenten Assistenzsysteme Sie bei Mercedes heute schon bestellen können, verrät unser Download auf creditreform-magazin.de/assistenzsysteme

Dass erste Hacker inzwischen mit Angriffen auf Kfz-Elektronik prahlen (Seite 6), sollten wir dabei aber nicht überbewerten: Ein Krimineller, der Ihr Auto unbedingt boykottieren will, wird davon leider nie abzuhalten sein. Auch Bremsleitungen lassen sich zersägen, doch deswegen lässt kaum jemand seinen Wagen panzern. Bedenklich scheint mir nur, dass viele Hersteller aus Kosten- und Synergiegründen ähnliche oder gar baugleiche Chips verwenden – zumal die Dienstwagen von morgen ja permanent online sein sollen. Weit verbreitete Elektronik zieht immer auch das Interesse von Kriminellen auf sich, das haben uns Windows und zuletzt auch Android (mehr auf Seite 43) gelehrt. Wenn sich ein Auto als Virus missbrauchen lässt, wäre es nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch für dezentrale Stromnetze gefährlich. Wer der Elektromobilität zum Durchbruch verhelfen will, muss auch solche Herausforderungen lösen.

Ingo Schenk

Chefredakteur