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Creditreform

Wer seinen Beschäftigten bislang kein Urlaubsgeld zahlt, der wird wahrscheinlich nicht jetzt damit anfangen. Wie aber die Mitarbeiter in Zeiten schwacher Konjunktur motivieren? Die Erholungsbeihilfe fällt eine Nummer kleiner aus und bringt spürbare Steuervergünstigungen mit sich.

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Was ist Erholungsbeihilfe?

Erholungsbeihilfe dient der Erholung von Beschäftigten und kann pauschal vom Arbeitgeber mit einem Steuersatz von 25 Prozent versteuert werden. Sozialversicherungsbeiträge werden nicht fällig. Infrage kommen Zuschüsse zum Urlaub in Frage, Wellness-Gutscheine oder Eintrittskarten für den Zoobesuch. Christoph Iser, Steuerberater bei der Kanzlei Husemann, Bellgardt und Partner, spricht von einem Win-Win-Modell: „Arbeitgeber senken ihre Lohnnebenkosten und Arbeitnehmer erhalten die Zuwendungen brutto für netto.“

 

Wie hoch darf der Zuschuss ausfallen?

Die Höchstgrenzen beziehen sich aufs Kalenderjahr. Ein Arbeitnehmer kann jährlich maximal 156 Euro erhalten, und zusätzlich 104 Euro für Ehegatten. Kinder können mit 52 Euro pro Kind bedacht werden. Der Zuschuss zum Urlaub einer vierköpfigen Familie könnte also maximal 364 Euro betragen. Liegt die gezahlte Summe darunter, findet kein Übertrag ungenutzter Beträge ins nächste Jahr statt. Werden die Höchstgrenzen jedoch überschritten, muss nicht nur der Anteil versteuert werden, der darüber liegt, sondern die gesamte Zahlung.

 

Welche Voraussetzungen gibt es?

Erholungsbeihilfen müssen nachweisbar für Erholungszwecke ausgegeben werden. Es sollte ein zeitlicher Zusammenhang zwischen Maßnahme und Zahlung erkennbar sein – ein Jahr lang Tickets fürs Schwimmbad sammeln, reicht nicht aus, um den vorgeschriebenen Erholungszweck zu erfüllen. Soll ein Zuschuss zum Urlaub gezahlt werden, rät Iser, diesen zeitnah zur Reise zu überweisen. Erholungsbeihilfen sind personengebunden – einfach Freund oder Freundin in den Urlaub schicken, ist nicht erlaubt.

 

Worin unterscheiden sich Erholungsbeihilfe und Urlaubsgeld?

Das Urlaubsgeld muss regulär versteuert werden, Erholungsbeihilfe nicht. Urlaubsgeld steht in der Regel entweder allen Mitarbeitern zu oder keinem, die Erholungsbeihilfe darf einzelnen Beschäftigten gezahlt werden. Anders als die Erholungsbeihilfe ist das Urlaubsgeld nicht zweckgebunden: Es heißt zwar so – aber aufwenden dürfen Mitarbeiter die Zahlung, wofür sie wollen. Beide Zahlungen erfolgen unabhängig voneinander.

 

Was sollten Arbeitgeber beachten?

Arbeitgeber sollten Belege von Mitarbeitern einfordern, um den Erholungszweck nachweisen zu können. Steuerberater Iser rät zur Abwicklung über die Gehaltsabrechnung, damit die Zahlung im Falle einer Betriebsprüfung nachvollziehbar ist. Er hält Erholungsbeihilfen zwar für geeignet, um Mitarbeiter zu motivieren, gibt aber zu bedenken: „Es entsteht durchaus ein bürokratischer Aufwand. Das lohnt sich nur, wenn ein entsprechender Prozess aufgesetzt wird, von dem zahlreiche Mitarbeiter profitieren.“