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Creditreform

Das Urteil: Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz exzessiv im Internet surfen, Social-Media-Kontakte pflegen und umfangreiche Downloads durchführen, müssen mit einer Kündigung rechnen. Dies gilt auch dann, wenn die Internetnutzung am Arbeitsplatz nicht geregelt ist und der Mitarbeiter schon sehr lange dem Unternehmen angehört, so das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in einer aktuellen Entscheidung (Az.: 1 Sa 421/13).

Der Fall: Ein Mitarbeiter hatte mehr als 17.000 private Dateien auf den Dienstrechner geladen, darunter zahlreiche Filme und Musikstücke. Ferner nutzte er ausgiebig während der Arbeitszeit Social-Media-Plattformen sowie Chat-Foren privat und verwendete den Firmen-PC zur Verwaltung seiner privaten Fotos. Aufgefallen ist diese Privatnutzung erst, als sich die Datenverarbeitungsprozesse im Betrieb aufgrund dessen massiv verlangsamten. Der Arbeitnehmer wurde daraufhin fristlos entlassen.

Die Begründung: Die Richter gaben dem Betrieb recht. Mitarbeiter, die in diesem Umfang privat surfen, können nicht von einer Duldung durch die Firma ausgehen. Auch eine vorherige Abmahnung ist deshalb nicht notwendig. Dabei spiele die lange Betriebszugehörigkeit von mehr als 20 Jahren hier keine Rolle. Erschwerend wirkte sich auf das Urteil aus, dass der Arbeitnehmer durch den Download von Filmen und Musik von Share-Plattformen das Firmennetzwerk in Gefahr brachte. Über diese Plattformen verbreiten sich häufig Computerviren.