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Zwei Drittel aller Leistungsträger wissen nicht genau, wo ihre berufliche Perspektive liegt. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage „Karriereschwellen von Leistungsträgern“, die Executive Coach Gudrun Happich vom Galileo Institut für Human Excellence in Kölln durchgeführt hat.

Für 84 Prozent der befragten Führungskräfte und Experten in Schlüsselpositionen steht der Wunsch nach mehr Souveränität in der eigenen Rolle an erster Stelle, gefolgt von einem Karriereaufstieg (43 Prozent). Gudrun Happich, die sich seit 20 Jahren auf das Coaching von Führungskräften spezialisiert hat, ist über den mangelnden Klarblick nicht überrascht. „Als Führungskräfte-Coach erlebe ich häufig, dass es gerade die besten Leistungsträger eines Unternehmens sind, die sich über ihre Karriere-Ziele zu wenig Gedanken machen.“

Wenn Beruf- und Privatleben kollidieren

Rund 42 Prozent der Befragten geben an, dass sie nur noch funktionieren und keinen Spaß mehr bei der Arbeit haben. Auch Veränderungssituationen im Unternehmen (rund 36 Prozent), die Vorbereitung auf eine neue Rolle (26,6 Prozent) oder das Finden der besten Position im Unternehmen (25 Prozent) werden als Karriereschwellen genannt. Rund 19 Prozent sind zwar beruflich erfolgreich, aber das Privatleben ist zerrüttet. Über ein permanentes Überlastungsgefühl und Unzufriedenheit trotz steiler Karriere klagen jeweils 17 Prozent.

Bei den ersten Lösungsideen der Leistungsträger dominiert der Unternehmenswechsel (58,3 Prozent), vor dem kompletten Ausstieg aus der Karriere (40 Prozent), dem Gedanken, besser werden zu müssen (36,7 Prozent) oder durch einen Karrieresprung (25 Prozent die Situation zu klären. „Auch viele meiner Klienten schildern im Führungskräfte-Coaching, dass ihre ersten Impulse „Ich muss woanders hin“ oder „Ich muss noch mehr leisten“ lauteten. Überrascht hat mich, wie häufig der Karriere-Ausstieg als Option genannt wird. Berufliche und persönliche Erfüllung, das scheinen viele Menschen nicht unter einen Hut zu bringen“, sagt Gudrun Happich.

Fast 40 Prozent unternehmen nichts

Bei fast allen Befragten lag die erste Lösungsidee also außerhalb des Unternehmens, tatsächlich sind aber 89 Prozent bei ihrem Arbeitgeber geblieben. Ein Viertel hat immer noch die gleiche Position inne und hat an seiner Einstellung gearbeitet. 23,3 Prozent haben das Unternehmen gewechselt, 20 Prozent sind aufgestiegen, 15 Prozent haben sich selbständig gemacht, nur 6,7 Prozent haben die beste Position im Unternehmen gefunden. Die Mehrheit – nämlich 38,3 Prozent – hat gar nichts unternommen und ist immer noch in der gleichen Situation

Ein Drittel der Umfrageteilnehmer hat sich von einem Führungskräfte-Coach begleiten lassen, um mehr Klarheit über ihre berufliche Perspektive zu gewinnen. Die große Mehrheit – 76,6 Prozent der Befragten – fühlt sich von ihrem Arbeitgeber in Krisensituation alleingelassen. „Hier liegt noch viel Potential brach“, so Executive Coach Gudrun Happich. (al)

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